Kraftakte

Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Kraftakte in der Kärntner Politik Ausgabe vom 7. März 2000 Klagenfurt (-) Als narzisstische Persönlichkeit, die leicht verletzbar sei und schwer Kritik ertragen könne, bezeichnete der Wiener Psychiater August Ruhs FPÖ-Chef Jörg Haider. Man kann es auch einfacher sagen: Der Bärentaler ist derzeit ein stressgeplagter Grantler, der mit sich und seiner Umwelt nicht zurechtkommt. Weil er auf sich selbst sauer ist, spielt er den harten Burschen und lässt es andere spüren. Den jüngsten Kraftakt lieferte er nach der Landtagssitzung mit der Verweigerung, die neue Landesregierung zu konstituieren. Gestern zog er einen Akt über die Frauenservicestelle zurück. Während das Hickhack um die Objektivierung die Parteien entzweit, lässt Haider unliebsame Beamte versetzen oder vorzeitig in Pension schicken. Am Arnulfplatz herrscht Angst vor Bespitzelungen und Vernaderungen. Eigentlich hatten sich die Kärntner Haiders Rückzug aus Wien anders vorgestellt. Sie wollten einen Landeshauptmann, der die Ärmel aufkrempelt. Einen Mann, der sich in Klagenfurt mit den anderen Parteien an einen Tisch setzt und vernünftige Lösungen sucht. Dass in diesem Bundesland seit der Landtagswahl am 7. März 1999 nichts weitergeht, pfeifen inzwischen die Spatzen vom Dach. Bei allem Verständnis für weltweite ,,Popularität"", aber wie lange kann sich Kärnten einen Streithansl als Landeshauptmann noch leisten? Ob es nicht an der Zeit wäre, Haider die Rute ins Fenster zu stellen und für eine Referatsänderung in der Landesregierung zu sorgen? Heute hätten Rot und Schwarz eine kleine Chance dazu. Etwas weniger Macht und mehr Demut könnten dem Bärentaler nicht schaden.

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