"Kleine Zeitung" Kommentar: "Watschentanz" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 07.03.2000

Graz (OTS) - Man weiß bei der FPÖ nie genau, woran man ist. Ihr Wiener Chef Hilmar Kabas gebärdet sich als wilder Kämpfer gegen "Überfremdung" und will die Grenzen ganz dicht machen.

Die Sozialministerin Elisabeth Sickl (bis 1. April noch für den Arbeitsmarkt zuständig) pfeift darauf und lässt zusätzliche Saisonniers für Salzburg zu. Das hat wieder Aufregung ausgelöst.

Die Hotelgewerkschaft empört sich über die "Ohrfeige": Die Wintersaison gehe schon zu Ende, die zusätzlichen Kräfte verschlimmerten die Lage der Beschäftigten mit überlangen Arbeitszeiten und schlechter Behandlung.

Die Schlussfolgerung ist wuchtig. Das zeige, "dass der Regierung die in- und ausländischen Arbeitslosen völlig egal sind und sie nur darauf bedacht ist, der Wirtschaft neue Arbeitskräfte zu Niedrigstlöhnen zur Verfügung zu stellen".

Damit die Relationen nicht untergehen: Es geht um 80, zusätzlich zu den früher bewilligten 1150 Saisonmitarbeitern. Dass das an den Lebensnerv der Gewerkschaft oder der Republik rührt, ist reichlich unwahrscheinlich. Zurückhaltung wäre angebracht, will man sich nicht voll in die Folklore-Kategorie "Watschentanz" einordnen lassen. ****

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