Architektenkammer: "KAV verschleudert Millionen durch unsaubere Vergabekultur"

Architektenvorsitzender Buchleitner: "Unerträglicher Kompetenzwirrwarr verzögert Zubau am Kaiserin Elisabeth Spital"

Wien (OTS) - "Im Zusammenhang mit einem geplanten Zubau am
Kaiserin Elisabeth Spital hat der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) als Dienststelle der Stadt Wien seit 1998 sechs Millionen Schilling an Steuergeldern verschleudert", kritisierte heute der Vorsitzende der Architekten, Michael Buchleitner. Ein unerträgliches Kompetenzwirrwarr in dieser Behörde sei der Grund für diesen "fahrlässigen Umgang mit Steuergeldern", so Buchleitner.

Konkret gehe es um den Zubau eines chirurgischen OP-Traktes, der bereits 1998 mittels Architektenwettbewerbs ausgeschrieben worden sei, sagte Buchleitner. Kosten des Wettbewerbs: zwei Millionen Schilling. "Die Gewinner dieses Wettbewerbs sind jedoch nachträglich mit neuerlichen Wünschen von seiten des KAV konfrontiert worden. Diese haben die Planungskosten konsequenterweise in die Höhe getrieben", so Buchleitner. Für die Architektenkammer eindeutiges Zeichen dafür, dass der KAV zum Zeitpunkt des Ausschreibens des Wettbewerbs sich nicht im Klaren gewesen sei, was überhaupt gebaut werden sollte. "Die Folge war permanentes Störfeuer des KAV in Richtung der planenden Architekten", kritisierte Buchleitner.

"Im Herbst 1999 zog sich der KAV aus den bestehenden Verträgen mit den planenden Architekten zurück", so der Architektenvorsitzende. "Der Krankenanstaltenverbund ignorierte dabei ein unabhängiges Gutachten, welches die Notwendigkeiten der Erhöhung der Planungskosten von seiten der Architekten bestätigte". "Dieser Schritt kostete dem KAV, also dem Steuerzahler, weitere vier Millionen Schilling, so der Architektenvorsitzende. Gespräche der Architektenkammer mit dem zuständigen Stadtrat Sepp Rieder zur Lösung des Problems seien unbefriedigend verlaufen.

"Anstatt das Projekt an den erforderlichen Kostenrahmen anzupassen, entschied sich der KAV, den Zubau am Kaiserin Elisabeth Spital neuerlich auszuschreiben. Die Einreichfrist für das Verfahren endete im Februar 2000", erklärte Michael Buchleitner.

"Durch Inkompetenz und Kompetenzwirrwarr im Bereich des KAV und der mangelnden Durchsetzungsfähigkeit von seiten des Stadtrates Sepp Rieder wurden für ein an sich simples Vergabeverfahren mittlerweile über sechs Millionen Schilling Steuergelder sinnlos verpulvert, und der Zubau der chirurgischen Abteilung um mindestens ein Jahr verzögert" so der Architektenvorsitzende. "Aufgrund der negativen Erfahrung mit dem KAV gibt es nur wenig Grund zur Hoffnung, dass auch das neuerliche Vergabeverfahren ohne Friktionen über die Bühne gehen wird," schloss Michael Buchleitner.

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