Fischler in FORMAT: Prodi kann bei Klestil-Besuch zeigen, daß nicht die ganze EU gegen Österreich ist

"Haider wird mit der Zeit skurril"

Wien (OTS) - Österreichs EU-Kommissär Franz Fischler hält den bevorstehenden Besuch von Bundespräsident Thomas Klestil bei der EU-Kommission für einen "gute Idee". In einem Interview in der am Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins FORMAT sagt Fischler: "Das (der Besuch, Anm.) wurde von Präsident Prodi sehr begrüßt. Die EU kann so zeigen, daß es nicht stimmt, daß die ganze EU gegen Österreich ist."

Fischler hält es auch für klug, daß der erste offizielle Besuch nach dem Machtwechsel in Österreich von Klestil absolviert wird und nicht von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Fischler zu FORMAT: "Jetzt geht es darum, die Beziehungen wieder zu normalisieren. Da ist es leichter, wenn am Anfang der höchste Repräsentant der Republik kommt. Wenn später der Bundeskanzler einen Besuch machen will, wird ihm dieser Wunsch wohl nicht abgeschlagen werden."

Im Hinblick auf den bevorstehenden informellen EU-Gipfel am 23. März in Lissabon sagt Fischler: "Wir müssen abwarten, wie Schüssel von den Regierungschefs behandelt wird, bis jetzt ist er ja noch nirgends gewesen. Wahrscheinlich wird es nicht nur zum Austausch von Freundlichkeiten kommen. Doch da müssen die österreichischen Vertreter jetzt erst einmal durch. Es gibt keine Alternative." Der Kommissär rät den Vertretern der Regierung, auf Angriffe oder Brüskierungen mit Geduld zu reagieren: "Es ist nicht egal, was die Regierungsvertreter sagen. Aggressiv zu sein bringt zum Beispiel überhaupt nichts, das ist kontraproduktiv. Man muß cool und höflich bleiben und vielleicht auch das eine oder andere einstecken. Auf der anderen Seite muß man aber auch ganz sachlich und trocken die Rechte Österreichs verteidigen."

Attacke gegen Haider

Fischler nimmt im FORMAT-Interview auch zu den Angriffen des Kärntner Landeshauptmannes Haider gegen ihn Stellung. Haider hatte Fischler vorgeworfen, er "exekutiere die negative Haltung der EU gegenüber Österreich". Dazu Fischler: "Das ist billig. Es ist keine Kunst, auf alle anderen draufzuhauen, wenn man wie Haider keine Verantwortung trägt." Haider gehe es nur um Schlagzeilen, kritisiert der Kommissär: "Durch permanentes Übertreiben wird der Kärntner Landeshauptmann mit der Zeit natürlich irgendwie skurril. Dann ist es zum Villacher Fasching nicht mehr weit."

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