"profil": Rechtsextreme als Zeitzeugen in Schulen

Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer ordnete sofortige Untersuchung des Projekts "Zeitzeugen der Wehrmacht" an

Wien (OTS) Ð Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in
seiner Montag erscheinende Ausgabe berichtet, werden im
Rahmen des Projekts "Zeitzeugen der Wehrmacht" auch
Rechtsextreme als Vortragende in Schulen eingesetzt. Auf
der Referenten-Liste der für das Projekt verantwortlichen "Initiative Wehrbereitschaft" tauchen zumindest vier
einschlägig belastete Namen auf: Herbert Schaller, Walter Marinovic, Hans Neidhardt und Otto Schadlinger.

Das Projekt wurde in einem Informationsblatt beworben,
das von der Abteilung für geistige Landesverteidigung im Unterrichtsministerium herausgegeben wird.
Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer ordnete eine
umgehende Untersuchung an des Projekts an.

Der Sprecher der "Initiative Wehrbereitschaft", Ernst
Kosmath, erklärt gegenüber "profil": "Bisher haben nur
ehemalige KZ-Häftlinge die Schulen besucht. Aber es gab
auch eine Million Österreicher, die in der Wehrmacht
Dienst getan haben. Es wäre doch für die Nachkommen
interessant, auch ihre Erlebnisse zu hören." Dass auch Rechtsextreme vor Schülern über Geschichte reden sollen, kommentiert Kosmath laut "profil" so: "Einziges
Kriterium für eine Teilnahme an diesem Projekt ist die Mitgliedschaft in der Wehrmacht. Ich beschäftigte mich
nicht damit, was die Leute sonst noch gemacht haben."

Der Traiskirchner Anwalt Herbert Schaller, 78, vertrat Rechtsextremisten wie Walter Ochensberger, Gerd Honsik
oder Franz Radl und machte sich als unentwegter Kämpfer
gegen das NS-Verbotsgesetz in der Szene einen Namen.
Außerdem trat Schaller als Referent bei der
rechtsradikalen "Arbeitsgemeinschaft für demokratische
Politik" (AFP) oder bei der "Hilfsorganisation für
nationale politische Gefangene" in Erscheinung. Beide
Vereine werden im Handbuch des österreichischen
Rechtsextremismus angeführt.

Walter Marinovic, 71, publizierte für die Zeitschrift der rechtsextremen "Nationaldemokratische Partei
Deutschland" (NPD). Er sprach bei Veranstaltungen des im
Vorjahr behördlich verbotenen Vereins "Dichterstein
Offenhausen" und leitete das Kulturforum "Freie Kunst"
im Rahmen des Freiheitlichen Bildungswerkes. Hans
Neidhardt, war Ende der siebziger Jahre stellvertretender
Obmann des "Rings Volkstreuer Verbände". Otto
Schadlinger war laut Handbuch des Rechtsextremismus
1994 Vorstandsmitglied des "Österreichischen
Landsmannschaft".

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