SJ-Chef Pichler: " Die Kritik von Erzbischof Eder ist gelinde gesagt undifferenziert"

Das Spendenaufkommen kann nicht das Schüren einer latente Fremdenfeindlichkeit in diesem Land rechtfertigen!

Wien (OTS) - Der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend
Österreich, Robert Pichler, nahm heute Donnerstag zu den Aussagen des Salzburger Erzbischof Eder Stellung.

"Die Kritik von Erzbischof Eder an der EU ist gelinde gesagt undifferenziert. Denn wenn der Herr Bischof meint, daß Aussagen einzelner dazu geführt hätten, daß einem ganzen Volk Unrecht widerfährt dürfte ihm entgangen sein, daß sich der Protest von 14 Mitgliedsstaaten der Union nicht primär gegen Personen, sondern gegen die Regierungsbeteiligung einer Partei richtet und daß sich die Maßnahmen ebenfalls auf diese Regierung konzentrieren und nicht auf die Menschen dieses Landes", so der Vorsitzende.

"Besonders beeindruckend ist für mich, daß ein hoher Vertreter einer Religionsgemeinschaft, die für ihre Totalitärität seit Jahrhunderten bekann= t ist, scheinbar zwar ein totalitäres Verhalten der Europäischen Union ortet, aber in der Frage der Selbstanalyse seiner Wertegemeinschaft auf dieses noch nicht gestoßen ist", so Pichler.

"Beschämend wird es aber, wenn ein Erzbischof der römisch Katholischen Glaubensgemeinschaft einen Skandal im Vorgehen von einzelnen EU-Staaten sieht, aber in Fragen, wo Fremdenfeindlichkeit durch eine Regierungspartei geschürt wird, dies als Entgleisung von Einzelnen verharmlost", so der Vorsitzende weiter.

"Endgültig zeigt sich aber das Gesellschaftsverständnis des Herrn Erzbischof Eder, wenn er versucht, mit dem Spendenaufkommen in Österreich das Schüren einer latenten Fremdenfeindlichkeit gegenzurechnen, denn das Loskaufen von Sünden funktioniert vielleicht in seiner Wertegemeinschaft, aber sicherlich nicht in einer humanen und zivilisierten Gesellschaft, die Europa prägt", so Pichler abschließend.

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