ÖGB zu Krankenkassen: Statt Selbstbehalt - Ursachen bekämpfen!

Leutner verlangt Medikamenten-Regelungen mit Ärztekammer

Wien (ÖGB). Die Bekämpfung der Krankenkassendefizite löst man nicht damit, dass Selbstbehalte eingeführt werden, sondern indem die Ursachen bekämpft werden: "Und diese sind eindeutig der explodierende Medikamentenaufwand. Wenn man diese Ursachen bekämpft, sind auch keine unsozialen Selbstbehalte notwendig", stellte der Leitende Sekretär im ÖGB, Dr. Richard Leutner, zum heutigen Krankenkassengipfel fest.++++

Die primäre Ursache der Krankenkassendefizite ist auf den ständig steigenden Medikamentenaufwand zurückzuführen, der allein im Jahr 1999 mit Mehrausgaben in Höhe von drei Mrd. S zu Buche stand. Die FPÖVP-Regierung soll es sich daher nicht so einfach machen und durch Selbstbehalte bis zu 20 Prozent diese Defizite kompensieren. Leutner:
"Aufgabe der Politik muss es sein, durch Preis- und Spannensenkungen bei Apotheken und Industrie und durch gezielten Einsatz der Medikamente einen Ausgleich zu schaffen. Es ist keine Seltenheit, dass Packungsgrößen verordnet werden, von denen die Hälfte des Inhaltes als Sondermüll entsorgt werden muss. Leutner fordert in diesem Zusammenhang Regelungen mit der Ärztekammer, um einen vernünftigen Medikamentenverbrauch und darüber hinaus Zielgrößen für die Ausgaben im Medikamentenbereich zu erreichen.

Nein zu einer Krankensteuer

Abgelehnt wird vom ÖGB nach wie vor die geplante Ausweitung von Selbstbehalten bis zu 20 Prozent für ArbeiterInnen, Angestellte, PensionistInnen und Arbeitslose. Das würde in Summe eine Gesamtbelastung von 4,2 Mrd. S bedeuten, womit jährlich pro Kopf PensionistInnen mit 4.300 S, Erwerbstätige mit 1.500 S und Arbeitslose mit 2.700 S zur Kassa gebeten werden. Leutner: "Diese unsoziale Krankensteuer zerstört den Solidaritätsgedanken der Krankenkassen und heißt: ‚Wer krank ist, muss zahlen‘". (ew)

ÖGB, 2. März 2000 Nr. 118

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