Pirklhuber warnt vor Ausstiegswelle bei bioloischem Landbau

Agrarpolitik der Bundesregierung weder ökologisch noch sozial

Wien (OTS) "Vor einer Ausstiegswelle oder Stagnation im biologischen Landbau", warnt heute der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber, anläßlich der heutigen Agrardebatte im Parlament. Aus Studien und Berichten gehe hervor, daß die Rentabilität des Biolandbaues in manchen Regionen nicht mehr gewährleistet sei, weil die politischen Rahmenbedingungen nicht mehr stimmen, so Pirklhuber. "Nichts wäre schlimmer für die Position der österreichischen Landwirtschaft als ein Imageverlust innerhalb Europas durch einen Rückgang oder eine Stagnation der Biobetriebe", warnt Pirklhuber. In einem Entschließungsantrag schlägt er ein Aktionsprogramm für den Biologischen Landbau vor, das unverständlicherweise von den Regierungsparteien im Ausschuß abgelehnt wurde.

Der Grüne Bericht 1998, der heute im Nationalrat behandelt wird, zeigt auch einen bedenklichen Trend in der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der österreichischen Landwirtschaft. Die Anzahl der Betriebe nahm in den letzten vier Jahren um 11.400 Betriebe oder 4 % gegenüber 1995 ab. Laut WIFO (März 1999) verringerte sich die Anzahl der im Agrarsektor hauptberuflich Beschäftigten im selben Zeitraum von 165.700 auf 149.600, das sind rund 10 %. "Ein Grund dafür", so der Landwirtschaftssprecher der Grünen, "ist die ungleiche Verteilung der agrarischen Förderungen, die in ihrer Höhe immerhin 67,5 % der Einkünfte aus Land-und Forstwirtschaft ausmachen. 65 % der Förderungsbezieher (=114 662 Betriebe) erhalten nur 27 % der Gesamtförderungen und 4,6 % der Förderungsbezieher (= 8158 Betriebe) nahezu ein Viertel, nämlich 22 % der gesamten ausbezahlten Förderungsmittel", so Pirklhuber. "Wir müssen davon ausgehen, daß 20 - 30% der bäuerlichen Familien an oder unter unterhalb des Existensminimums leben und daß die Armut im ländlichen Raum zunimmt", warnt Pirklhuber.

Umso unverständlicher ist es, daß die neue Bundesregierung den Gestaltungsspielraum zur Verbesserung der sozialen und ökologischen Lage der österreichischen Landwirtschaft nicht ausschöpft. Ein diesbezüglicher Antrag der Grünen wurde im Ausschuß ebenso abgelehnt wie das Aktionsprogramm für den biologischen Landbau und Verbesserungen im Programm für die ländliche Entwicklung. "Die EU-Kritik am Programm für die Ländliche Entwicklung ist ernst zu nehmen und für eine ökologische Optimierung zu nutzen", fordert Pirklhuber, der den agrarpolitischen Kurs der Bundesregierung bedenklich findet.

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