GRÜNEWALD: KRANKENKASSENGIPFEL ZUM REGIERUNGSCHAOS Grüne: Nachhilfeunterricht für die Bundesregierung - Unterschiedlichste Aussagen von Regierungsmitglieder

Wien (OTS) "Der Widerstand gegen das Regierungsprogramm im Gesundheitsbereich und das Chaos an unterschiedlichen Erklärungen von Mitgliedern der blau-schwarzen Koalitionsregierung führen zur heutigen Nachhilfestunde der Bundesregierung, auch Kranken-kassengipfel genannt", stellt der Gesundheitssprecher der Grünen, Prof. Kurt Grünewald fest. "Das wird kein Gipfel der Lösungen, sondern eher der Beratung, und die Regierung wird ausloten, welche harten Maßnahmen gerade noch annehmbar sind".
Nach Meinung von Grünewald können die Erhöhung der Selbstbehalte nicht ausreichen, um das große Defizit in den Griff zu bekommen. "Es sind die Fortschritte in der Medizin, die Differenzierungen bei den Medikamenten, die Teuerungsraten bei den Geräten, die
zu dem Defizit führten. Die allgemeine Aspro-Therapie ist Vergangenheit, auch die Zeiten, in denen medikamentöse Granatwerfer eingesetzt wurden. Gott sei Dank hat es diese positiven medizinischen Entwicklungen für die Patienten gegeben. Gleichzeitig ist der private Anteil an den Kosten enorm gestiegen. So ist etwa die Krankenscheingebühr von 1967 (7 Schilling) bis 2000 (45 Schilling) um den Faktor 6,5 gestiegen. Insgesamt macht bei Heilbehelfen der private Anteil weit mehr als 50 Prozent aus. Hinsichtlich der Kosten für den Gesundheitsbereich liegt Österreich im europäischen Mittelfeld", stellt Grünewald fest.
Handlungsbedarf sieht Grünewald vor allem bei den Kosten
für Medikamente, bei denen eine 12prozentige Steigerungsrate zu verzeichnen ist. "Die großen Gewinnspannen bei Medikamenten müssen gekürzt und verstärkt auf sogeannte Generika (Medikamente ohne Patentschutz) zurückgegriffen werden", fordert Grünewald. Auch im Ausbildungsbereich könnte viel bewegt werden, damit es zu einer gezielteren Medikamentenverschreibung kommt, so Grünewald, der vehement vor einem Ausbau der Selbstbehalte im
Gesundheitswesen warnt. "Vor allem sollte es zu keiner Verschiebung von den niedergelassenen Ärzten hin zu den Kranken-häusern und Ambulatorien kommem. Dies wäre jedoch die Folge, würde das Regierungsvorhaben Realtität", schließt Grünewald.

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