Schuldennachlass für Ankerbrot ist krasse Wettbewerbsverzerrung

Winkler: "Brutaler Schlag ins Gesicht der tausenden fleißigen kleinen Bäcker"

Wien(PWK) "Ein Schuldennachlass für Ankerbrot in der Höhe von 225 Mio Schilling ist nicht nur eine krasse Wettbewerbsverzerrung, sondern ein brutaler Schlag ins Gesicht der tausenden fleißigen kleinen Bäcker in Österreich", macht Karl Winkler, Bundesinnungsmeister der Bäcker, seinem Ärger Luft. Da Ankerbrot offensichtlich mit der Deutschen Bank einen Investor gefunden hat, wollen die heimischen Hausbanken dem Pleitebäcker über 30 Prozent seiner Schulden erlassen. "Ankerbrot hat mit ruinösen Preisen das österreichische Bäckergewerbe in erhebliche Schwierigkeiten gebracht", so Winkler.

Der Bundesinnungsmeister wies darauf hin, dass sich die wirtschaftliche Situation der Bäcker in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert hat. "Jetzt will man den maroden Betrieb auf unsere Kosten sanieren und mit dem Schuldenerlass auch noch deutsches Kapital finanzieren" ist Winkler erbost. Die Zeche dürften wieder die österreichischen Steuerzahler begleichen, schließlich gehöre die Bank Austria immer noch zum Teil der Gemeinde Wien.

Laut einer Untersuchung des Instituts für Gewerbe- und Handelsforschung (IfGH) mussten die Bäckerbetriebe von 1997 bis 1998 deutlich höhere Verluste hinnehmen als in den Jahren davor. Die Umsatzrentabilität (EGT in Prozent der Betriebsleistung) betrug 1998 durchschnittlich -2,12 Prozent. "Im Klartext heißt das: wer 10 Mio Umsatz macht, erwirtschaftet einen Verlust von 212.000 Schilling", so Winkler.

Diese dramatische Entwicklung führt das IfGH auf den rasch wachsenden Anteil der Personalkosten zurück, der allein 1998 um 1,5 Prozent auf 45,7% gestiegen ist. Da Personalkosten Fixkosten sind und nur langfristig abgebaut werden können, hat sich offensichtlich die Auslastung verschlechtert. "Kein Wunder, Ankerbrot hat ja auch in ganz Österreich expandiert, die ortsansässigen Bäcker verdrängt und mit unterpreisigen Werbekampagnen den Markt ruiniert", stellte Winkler fest. Kleine Bäckereien müssten schon bei geringen Zahlungsverzögerungen ihren Laden dicht machen, "bei den Großen wirft man schlechtem Geld gutes noch hinterher".

Die Bäckerinnung hat wegen des wettbewerbsverzerrenden Schuldennachlasses bereits eine Beschwerde bei der Wettbewerbskommission der EU eingereicht. Winkler hofft, in zwei bis drei Wochen Klarheit zu bekommen. Ansonsten werde die Innung beim Europäischen Gerichtshof klagen. (MH)

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