Jungbären in oberösterreichischem Wildpark getötet?

Wien (OTS) - Das Tierhilfswerk Austria (THWA) hat aufgedeckt, daß im oberösterreichischen Wildpark Enghagen seit 1992 fünf im Wildpark geborene Braunbären spurlos verschwunden sind.

Der oberösterreichische Wild- und Freizeitpark Enghagen bei Windischgarsten hat schon seit Jahren einen sehr zweifelhaften Ruf. Einerseits durch tierquälerische Haltungsbedingungen bei einigen Tierarten (z.B. Braunbären, Luchse) andererseits vor allem aber auch durch das Verschwinden mancher im Wildpark geborener Tiere. Im Zuge des THWA - Projektes "Hilfsprojekt Bruder Bär" hat der Projektleiter Mag. Erich Schacherl Recherchen über die Z= ahl der seit 1992 im Wildpark geborenen Bären und deren Verbleib angestellt. Mag. Schacherl: "Meine Nachforschungen haben ergeben, daß zwischen 1992 und 1999 insgesamt acht Bären im Wildpark Enghagen zur Welt kamen. Von diesen acht Bären sind fünf spurlos verschwunden."

Der Betreiber des Wildparkes, Hr. Hermann Schmidleitner verweigert jede Auskunft über den Verbleib der Bären, auch den Behörden gegenüber. Die zuständigen Beamten der Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf / Krems wissen nichts, der für Tierschutzbelange zuständige Landesrat Dipl-Ing. Erich Haider weiß nichts, ja selbst Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer ist ahnungslos. Aber warum beharrt Hr. Schmidleitner so hartnäckig auf seinem Schweigen? Die Nachforschungen von Mag. Schacherl haben ergeben, daß mit hundertprozentiger Sicherheit auszuschließen ist, daß die verschwundenen Bären in einem anderen österreichischen Tierpark untergekommen sind. Die deutschen Tierparks sind ebenfalls mit Bären überfüllt, gleiches gilt für Tierparks in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Italien und der Schweiz. Auch kein Zirkusunternehmen hat die Bären übernommen. Wohin sind sie dann verschwunden? Mag. Schacherl: "Vieles spricht dafür, daß Hr. Schmidleitner die Bären selbst getötet hat. Als Jäger und Tierparkbetreiber darf er laut geltendem oberösterreichischem Gesetz die Bären erschießen. Das ist zwar verrückt, aber legal und billig obendrein. Pro Bär kostet ihn das nur eine Kugel und das Fleisch der getöteten Bären kann er sogar noch an andere Tiere im Wildpark verfüttern. Kein Wunder, daß der Tierparkbetreiber darüber schweigt, denn sonst würden ihm die Besucher ausbleiben!"

Kein einziger wissenschaftlich geleiteter Zoo in Österreich (Tiergarten Schönbrunn, Tiergarten Salzburg, Alpenzoo Innsbruck, Tierpark Herberstein) führt derartige unverantwortliche Machenschaften durch. Das widerspricht allen Grundsätzen der Tierhaltung, des Tierschutzes und auch ethischen und moralischen Grundverpflichtungen. Der Betreiber des nicht wissenschaftlich geleitete Privatzoos in Enghagen hingegen kümmert sich nicht um derartige Grundsätze, sondern strebt ausschließlich nach Profit. Mag. Schacherl: "Aus purer Geschäftemacherei wird der Schutz und das Wohlempfinden der Tiere im Wildpark Enghagen vom Tierparkbetreiber mit Füßen getreten."

Das Tierhilfswerk Austria fordert ein sofortiges Zuchtverbot für den Wildpark Enghagen und hat dieses Anliegen bereits bei Landesrat Haider und Landeshauptmann Pühringer vorgebracht.

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