Völlige Privatisierung wichtiger Leitbetriebe ist Ausverkauf unserer Arbeitsplätze

"Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wichtige österreichische Unternehmen wie Telekom, VOEST, VA-Tech, Post oder AUA ihre Eigenständigkeit verlieren", kommentiert AK-Präsident Hubert Wipplinger den gestrigen Beschluss der Bundesregierung, alle Unternehmen, an denen der österreichische Staat noch Anteile hat, zu hundert Prozent zu privatisieren.

Der österreichische Kapitalmarkt kann den geplanten Umfang in den nächsten Jahren keinesfalls aufnehmen, das heißt, man muss an ausländische Unternehmen verkaufen. "Entscheidungen über Sein oder Nichtsein, über Ausbau oder Schrumpfung werden dort getroffen, wo die Firmenzentrale ist", so Wipplinger, "Österreich läuft dadurch Gefahr, zur wirtschaftlichen Bananenrepublik zu verkommen."

Die AK verlangt daher, dass die ÖIAG als Beteiligungsgesellschaft an wichtigen österreichischen Unternehmen abgesichert werden muss. Mindestens 25 Prozent und eine Aktie müssen an diesen Unternehmen gehalten werden. Gegen den Willen eines Kernaktionärs können wichtige konzernpolitische Fragen, wie Standortverlagerungen oder Forschungsstrategie, nicht beschlossen werden.

Wirtschaftspolitisch besonders gefährlich und verantwortungslos ist die vorgesehene hundertprozentige Privatisierung der Telekom Austria. Die Telekommunikationsindustrie ist die zentrale Infrastruktur der Zukunft. Die Informations- und Medienbranche verschränkt sich zusehends. "Hier jegliche Möglichkeit des Einflusses durch den vollständigen Verkauf der Telekom aufzugeben und die Entscheidungskompetenzen an große internationale Konzerne uneingeschränkt aus der Hand zu geben, ist schlicht grob fahrlässig", betont Hubert Wipplinger.

Österreichische Unternehmen brauchen in Einzelfällen strategische Partner, die zu einer Stärkung der internationalen Wettbewerbssituation und einer Sicherung der inländischen Arbeitsplätze beitragen. Sie müssen aber gleichzeitig gegen feindliche Übernahmen abgesichert werden. Bedeutende österreichische Unternehmen befinden sich schon heute zum Teil über die Börse in Streubesitz. Hier ist die Gefahr gegeben, dass sich ein ausländischer Konkurrent allmählich die Sperrminorität oder einen dominierenden Einfluss sichert.

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