Westenthaler will schrittweise Kürzung der Kultursubventionen

Im NEWS-Interview gegen Jelinek, Roth, Ruiss, Nitsch, Kolig, Mortier, ORF-Kultur VORAUSMELDUNG NEWS 9/00 vom 2.3.00

Wien (OTS) - Peter Westenthaler, FP-Klubobmann und ORF-Kurator, plädiert für die schrittweise Kürzung der Kultursubventionen. Das erklärt er in einem Interview für die morgen erscheinende Ausgabe des Wochenmagazins NEWS. Westenthaler wörtlich: "Für eine vernünftige Evaluierung der Kulturförderung bin ich jedenfalls, so wie ich es auch über die Presseförderung gesagt habe. Man muss die Subventionen einmal durchforsten, ob da nichts an den Künstlern vorbeiläuft. Und dann kann man Senkungen natürlich nicht in einem Schritt machen. Da beginnt man z. B. mit 20 Prozent, und ob es zuletzt 30, 40 oder 50 Prozent sind, ist unerheblich. Wenn man Förderungsmittel besser verteilt und dazu andere Maßnahmen - zum Beispiel Künstlersozialversicherung oder Sponsor-Anreize - schafft, müssen auch geringere Förderungsmittel keine Kürzung bedeuten."

Für die Kürzung um 50 Prozent hatte schon vor längerem die FPÖ-Abgeordnete Brigitte Povysil plädiert. Sie wird laut Westenthaler Kultursprecherin und Vorsitzende des parlamentarischen Kulturausschusses.

Scharf äußert sich Westenthaler in NEWS über FP-kritische Künstler. Elfriede Jelinek, Gerhard Roth und die IG Autoren ("eine skurrile Vereinigung, von der ich nicht weiss, was sie tut") bezeichnet er als "politisierende Künstler oder künstelnde Politiker, Politruks, die bewusst gegen uns agitieren. Ich bin einer Meinung mit Lotte Ingrisch, die gesagt hat, die Protestaufrufe kämen vor allem von jenen, die jahrelang kassiert haben und jetzt Angst haben, dass der Segen aufhört."

Nitsch und Kolig hätten die Grenze der Freiheit der Kunst überschritten. Westenthaler: "Die Grenze der Freiheit der Kunst ist dort, wo humane Anliegen verletzt werden. Fäkalkunst und das Ausweiden von Tieren, deren Kadaver auf einen nackten Körper gehäuft werden, ist Menschenverachtung. Fäkalreste sind nicht dazu da, dass man mit ihnen Kunst macht. Das ist eine Herabwürdigung des gesamten menschlichen Individuums. So wie Nitsch das Individuum eines Tiers herabwürdigt."

Dass der ORF seinerzeit Nitschs Sechstagespiel mitgeschnitten habe, bezeichnet Westenthaler als "absolut unvereinbar und indiskutabel."

Harte Kritik übt Westenthaler an der ORF-Kulturredaktion: "Ich habe lang genug zugesehen. Aber der Kochtopf ist übergelaufen, als es in der Montag-Kultursendung zu Demonstrationsaufrufen gekommen ist, und zwar durch Herrn Brandauer - in einer Aufzeichnung von dieser langen, gruseligen Sonntagsmatinee im Burgtheater, wo sicher auch der Herr Brandauer etwas Gescheiteres geäußert hat. Da müssen wir aufpassen."

Westenthaler in NEWS zur Widerstands-Leiste der "Burg": Er könne verstehen, "dass es bei uns in der Bewegung viele gibt, die etwas dagegen haben, dass öffentliche Kultureinrichtungen zur politischen Agitation missbraucht werden. Ich habe damit kein Problem, solange es nicht menschenverachtend oder gewalttätig wird."

Westenthaler über Mortier: "Zu diesem Wendehals gratuliere ich der Helga Rabl-Stadler. So einen Widerpart hätte ich auf politischer Ebene auch gern. Das hasserfüllte Gezeter dieses Herrn kommentieren wir nicht. Der ist uns egal. Der darf alles sagen, sogar ,erschiessen' - ironisch ausgedrückt."

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