Häupl & Pröll zu ÖBB: Länder lassen sich nicht erpressen

Niederösterreich fordert mehr Mittel für die Westbahn

Wien, (OTS) Die Länder Wien und Niederösterreich lassen sich von den ÖBB nicht erpressen: Das war, bezogen auf den von den ÖBB verkündeten Stopp des Ausbaus der S 7, eine der Aussagen der Landeshauptmänner von Wien und Niederösterreich, Dr. Michael Häupl und Dr. Erwin Pröll, Mittwoch bei einem Pressegespräch im Wiener Rathaus zum Thema Verkehrsinfrastruktur in der Ost-Region. Häupl unterstrich dabei, er nehme mit Zufriedenheit zur Kenntnis, dass
der Baustopp der ÖBB bei der S 7, der Flughafenschnellbahn, in
Wien nun wieder aufgehoben wurde. Er frage sich allerdings, ob es immer eines solchen Theaters bedürfe, damit man das Selbstverständliche tue. Pröll und Häupl wiesen außerdem auf zahlreiche wichtige Maßnahmen beim öffentlichen Verkehr in der Ost-Region hin: Im Wiener Bereich etwa die S 80 oder der Ausbau
der U-Bahn und der Buslinien an der Peripherie. Auch die Planung für den Bahnhof Wien sei soweit fertig, dass man in konkrete Umsetzungsverhandlungen eintreten könne, sagte Häupl. "Es ist aber auch wichtig, dass die Bundesregierung Wünschen wie dem Nord-Süd-sowie dem Ost-West-Ausbau im Eisenbahnbereich bzw. dem wichtigen Anliegen des TEN-Knoten Wiens Rechnung trägt", betonte Häupl seines und Prölls Interesse an Projekten, die für die weitere Entwicklung der Stadt und der Ost-Region entscheidend sind. Pröll verwies dazu auf Schwerpunkte in Niederösterreich, die auch für Wien und die Mobilität in der Ost-Region wichtig seien, wie die Weiterentwicklung im Südbahnbereich, eine nötige Attraktivierung der Westbahn und entsprechende Investitionen im Anschluss an den Wienerwald-Tunnel.****

Die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs sei als Antwort auf die zunehmende Verkehrsbelastung ebenso nötig wie sie im Interesse der PendlerInnen und der Erhaltung der Lebensqualität
der Stadt liege, sagte Häupl. Er erinnerte an die mit den ÖBB in der Vergangenheit bereits abgeschlossenen Verträge sowie an das 30-Milliarden-Infrastruktur-Paket, das zwischen Wien und dem Bund vereinbart und in dem auch der Ausbau der S 7 verankert wurde. Die Stadt Wien sei zum Thema Flughafenschnellbahn durchaus bereit, mit den ÖBB Gespräche über einen Dienstleistungsvertrag zu führen -das entsprechende finanzielle Volumen werde um die 3 Milliarden Schilling betragen, wobei Häupl ausdrücklich erwähnte, dass es sich um Steuergelder handle -, ein Finanzierungsdiktat durch die ÖBB könne es aber wohl nicht sein, kritisierte Häupl die Vorgangsweise der ÖBB in dieser Angelegenheit.

Zum Thema Verkehrs-Schwerpunkt in Niederösterreich wies Pröll u.a. auf Maßnahmen in der verkehrssensiblen Region Wien -Niederösterreich-Süd hin. Bei der Südbahn sei bereits im Interesse eines besseren Angebots investiert worden, erinnerte der Landeshauptmann an die Wiesel-Waggons, die intensive Weiterentwicklung im Südbahnbereich sei jedoch erforderlich. Pröll unterstrich, dass heute vom Bahnhof Mödling zu den Spitzenzeiten, zwischen 6 und 8 Uhr früh, alle 6 Minuten ein Zug nach Wien fahre. Die Badner-Bahn soll ebenfalls eine attraktivere Frequenz erhalten und ab dem kommenden Sommer im Siebeneinhalb-Minuten-Takt
verkehren.

Für die West-Region als zweiten Schwerpunkt forderte Pröll entsprechende Investitionen für den Ausbau der Westbahn anschließend an den Wienerwald-Tunnel. Die Westbahn sei hoffnungslos überfüllt, und das stärker als die Westautobahn in den Spitzenzeiten, der Tagespendlerverkehr könne nicht
entsprechend bewältigt werden. Es sei daher wichtig, die Westbahn flott und zeitgerecht auszubauen. Die Konzeption liege am Tisch. Notwendig seien 15 Milliarden. Von der Bundesregierung und der ÖBB sei diese Frage jedoch in keiner Art und Weise konkretisiert
worden. "Wenn für den Semmeringtunnel, für eine nicht so nötige Maßnahme, 20, 30 Milliarden verfügbar sein sollten, muss das auch für die Westbahn gelten, denn dort sind mehr Prioritäten zu setzen als beim Semmering-Basistunnel", verlangte Pröll eine
entsprechende Kapazitätsausweitung bei den Gleisanlagen gleich anschließend an den Wienerwald-Tunnel. Zur S 7 verwies Pröll auf die bereits getätigten Investitionen und sagte, das Herumtaktieren der Bundesbahn sei unverständlich. Es sei auf Dauer nicht erträglich, dass heute noch in Europa ein Flughafen nicht entsprechend mit öffentlichen Verkehrsmittel an das
Ballungszentrum angebunden sei. Ziel sei, dass die S 7 im Sommer 2003 im Viertelstunden-Takt von Wien Mitte zum Flughafen verkehre.

Das mit den ÖBB vereinbarte Park&Ride-Programm sei, so Pröll, noch nicht völlig realisiert. So sollen bis 2005 entlang der niederösterreichischen Eisenbahnstrecken weitere 40.000 Pkw-Stellplätze entstehen.

Auf Fragen zum Thema Verlängerung der U-Bahn nach Niederösterreich erklärte Häupl, die U-Bahn sei das klassische Verkehrsmittel des dicht verbauten Gebietes, sei jedoch teuer. Man habe daher immer von einem S-Bahn-Ausbau gesprochen. Der Vorzug
sei dem kostengünstigsten Verkehrsmittel, mit dem man die
Verkehrs- und Pendlerprobleme am schnellsten lösen könne, zu geben. Zur Frage des Verkehrsverbunds Ost-Region und einer Ausweitung der Kernzone sagte Pröll, der VOR sei auf Grund der Pendlerströme und der Mobilität konstruktiv weiterzuentwickeln. Dazu gebe es auch Expertengespräche. Ziel sei, von "Gmünd nach Oberwart" mit ein und derselben Fahrkarte durchfahren zu können. Als Zeithorizont für die VOR-Reform nannte er das Jahr 2002.

Unterstrichen wurde bei dem Pressegespräch auch die über Parteien und Ideologen hinweg reichende grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Wien, Niederösterreich und dem Burgenland beim Ausbau der Infrastruktur. (Schluss) hrs/bs

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