Informationsstelle gegen Gewalt: Weiterbestand ist gefährdet Angesehene Einrichtung des Vereins autonome österreichische Frauenhäuser kann nicht mehr lange erhalten werden

Wien (OTS) - Das Weiterbestehen der Informationsstelle des Vereins autonome österreichische Frauenhäuser ist durch die aktuelle politische Situation gefährdet. Für dieses Jahr wurden noch keine Förderungen zugesagt oder ausbezahlt. Die Arbeitsverhältnisse mit den Mitarbeiterinnen müssen gekündigt werden, die Infrastruktur für laufende Projekte - u.a. EU Projekte - kann nicht mehr lange zur Verfügung gestellt werden.

Der Verein autonome österreichische Frauenhäuser wurde 1988 gegründet und betreibt seit 1991 die Informationsstelle gegen Gewalt in Wien. Im Jahr 1989 wurde dem Verein der Dr. Karl Renner-Preis für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. Die Informationsstelle hat als wichtigstes Ziel die Verhinderung von Gewalt an Frauen und Kindern in der Familie. Präventionsarbeit bedeutet Information, Öffentlichkeitsarbeit, Forschung und Fortbildung. In allen diesen Bereichen ist die Informationsstelle tätig. Außerdem fungiert sie als wichtiges Vernetzungszentrum für die österreichischen Frauenhäuser, andere Frauen- und Sozialeinrichtungen sowie als Ansprechpartnerin für Behörden, PolitikerInnen, Medien, Studierende usw. Die Informationsstelle war maßgeblich an der Entwicklung des Bundesgesetzes zum Schutz bei Gewalt in Familien beteiligt, ist in der Schulung der Polizei tätig und betreibt eine 24 Stunden Helpline für Frauen in akuten Gewaltsituationen. Außerdem ist sie Sitz des europäischen Netzwerks WAVE (Women against Violence Europe). Im Rahmen der internationalen Tätigkeit nahmen Expertinnen der Informationsstelle an bislang drei EU-Konferenzen zum Thema Gewalt an Frauen bzw. in Familien teil.

Die Informationsstelle der Frauenhäuser ist jetzt in ihrer Existenz bedroht. Vielleicht zwei Monate noch kann der Betrieb aufrecht erhalten werden.

Die neue Regierung bekennt sich zwar in ihrem Programm zu Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen, unklar ist jedoch, wie das Weiterbestehen der Einrichtung gewährleistet werden soll, wenn derzeit keine Förderansuchen bearbeitet werden. Die Informationsstelle verlangt daher von der neuen Regierung die Fortsetzung der Maßnahmen und Initiativen gegen Gewalt an Frauen und Kindern und die weitere Förderung der Einrichtung. Das Bekenntnis zur Prävention von Gewalt gegen Frauen darf nicht zu einem bloßen Lippenbekenntnis verkommen! Rosa Logar, die Obfrau des Vereins, dazu in einer Pressekonferenz verschiedener Fraueneinrichtungen am 1.3.:
"Die Regierung will an ihren Taten gemessen werden, also müssen die Informationsstelle und andere Fraueneinrichtungen weiterhin gefördert werden. Sie stellen eine unverzichtbare Infrastruktur dar, auf deren Dienstleistungen nicht verzichtet werden kann!"

Die Informationsstelle gegen Gewalt hat eine Petition an Bundeskanzler Schüssel verfaßt, die eine weitere Unterstützung der Einrichtung und die Fortsetzung der Arbeit gegen Gewalt an Frauen und ihren Kindern fordert. In kurzer Zeit konnten dafür bereits Hunderte Unterschriften gesammelt werden.

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