Brauner: Bund gefährdet Fraueneinrichtungen in Wien

Wien, (OTS) Im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch wies die Wiener Frauenstadträtin Renate Brauner gemeinsam mit Vertreterinnen dreier Wiener Frauenberatungseinrichtungen auf die
zu befürchtende Gefährdung vieler Wiener Frauen- und Mädchenberatungseinrichtungen hin. "Die neue schwarz-blaue Bundesregierung hat noch keinerlei Zusagen über die weitere Finanzierung der wichtigen frauenrelevanten Einrichtungen gemacht. Allein in Wien hängen 20 Vereine in der Luft, die Arbeitsplätze von 145 Mitarbeiterinnen sind gefährdet", zeigte Brauner die Situation auf. Der Finanzierungsanteil der MA 57 (Frauenabteilung) an der Gesamtsubvention betrug rund 20 Prozent; damit machte
Brauner klar, dass die Stadt Wien keinesfalls die fehlenden Bundesgelder ersetzen könne. "Ich appelliere daher dringend und in aller Deutlichkeit an die neue Bundesregierung die Förderungen der Fraueneinrichtungen ehebaldigst fortzusetzen!", so Brauner.****

Mit 8,9 Millionen Schilling beteiligt sich die
Frauenabteilung der Stadt Wien an der Subvention von 20 Projekten, die darüber hinaus zu 20 Prozent vom AMS und eben zu 60 Prozent
vom Bund finanziert werden. Vor allem im Bereich der Migrantinnenberatung und bei der Mädchenberatung stehen akute Gefährdungen der Angebote aber auch der Arbeitsplätze von über 100 Mitarbeiterinnen bevor. Die Vertreterinnen der Vereine Peregrina (Migrantinnenberatung) und Sprungbrett (Mädchenberatung) wiesen
auf diesen Zustand in ihren Statements hin. Die Mitarbeiterin der Frauenberatungsstelle "Frauen beraten Frauen" - in deren Räumlichkeiten die Pressekonferenz stattgefunden hat - hoffen ebenfalls noch auf ihre diesjährige finanzielle Unterstützung von Seiten des Bundes.

"Die mühsam aufgebauten Strukturen, das langsam immer dichter gewordene Netz von Frauen- und Mädchenberatungseinrichtungen in Wien stehen auf dem Spiel. Es muss der neuen Bundesregierung klar sein, dass regieren auch bedeutet, Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft wahrzunehmen", mahnte Brauner ein.

Wien weiter Partnerin der Frauen - FPÖ macht Anti- Frauenpolitik

Bezugnehmend auf die finanzielle Unterstützung von Seiten der Wiener Stadtregierung versicherte Renate Brauner, dass Wien weiterhin zu dem Ziel eines vielfältigen Beratungsangebotes von
und für Frauen in Wien stehe und jedenfalls die gemachten Zusagen einhalten werde. "Wien ist weiterhin die Partnerin der Frauen", betonte die Stadträtin. Um die Frauenvereine jedenfalls in keine zusätzlichen finanziellen Schwierigkeiten zu bringen, hat die Stadträtin ihre Frauenabteilung daher angewiesen, die Förderungen der Stadt Wien noch rascher als sonst üblich abzuwickeln.

Dort, wo die Stadt Wien alleinverantwortlich für die finanzielle Unterstützung von Einrichtungen ist, sei auch ein Ausbau der bestehenden Angebote möglich. Zusätzlich zu den rund 37 Millionen Schilling für die bestehenden drei Wiener Frauenhäuser und die neueingerichtete Beratungsstelle plant Wien noch für
dieses Jahr ein viertes Frauenhaus. Auch der stadteigene Frauennotruf ist nicht gefährdet, sondern könne sogar noch ausgebaut werden.

In diesem Zusammenhang berichtete die Frauenstadträtin von
der letzten Sitzung des Gemeinderatsausschusses, in dem die FPÖ-Fraktion gegen den neuen Kleinprojektefonds der Frauenabteilung gestimmt hat. Brauner erinnerte auch an die Absetzung der Kärntner Landesfrauenbeauftragten durch Jörg Haider - eine Vorgehensweise, die unter allen fortschrittlichen Frauenpolitikerinnen dieses
Landes zu heftigen Protesten geführt hat. "All diese Schritte machen die Anti-Frauenpolitik der FPÖ deutlich und zeigen wie
ernst die Befürchtungen der Wiener Frauenberatungseinrichtungen, dass ihr Fortbestand gefährdet ist, zu nehmen sind", schloss die Wiener Frauenstadträtin. (Schluss) kat

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