LIF-Hack: "Abriss der Spittelauer Stadtbahnbögen noch einmal überdenken!"

Wiener Liberale fordern Ideen- bzw. Investorenwettbewerb

Wien (OTS) Im Rahmen eines Pressegesprächs warnte Michaela Hack, Planungssprecherin der Wiener Liberalen, heute erneut davor, die Spittelauer Stadtbahnbögen niederzureißen ohne konkrete Alternativen durchgedacht zu haben. "Wir haben bereits im September des Vorjahres im Gemeinderat einen Antrag eingebracht und die Stadt Wien aufgefordert, einen Ideen- bzw. Investorenwettbewerb auszuschreiben, um vor dem Abriss abzuklären, ob die Stadtbahnbögen nicht doch einer neuen Nutzung zugeführt werden könnten", so Hack. Von Seiten der Stadtregierung hieß es allerdings, man sei dafür nicht zuständig, für die Erhaltung der Bögen fehle Geld und der Abriss sei die günstigste Variante.

Die Stadtbahnbögen sind in ihrer Gesamtheit nicht nur ein weltweit einmaliges Kulturdenkmal, sondern stellen auch ein unverzichtbares und stadtbildprägendes Element in der Stadtgestaltung dar. Durch die Stilllegung des Stadtbahnbetriebes zwischen Spittelau und Heiligenstadt erlosch am 14. Juni 1999 die eisenbahnrechtliche Konzession zum Befahren der dortigen Stadtbahnbögen. Gemäß den vertraglichen Vereinbarungen von 1905 hätten die Wiener Linien deshalb auch die Verpflichtung, die betreffenden Grundstücke der ÖBB - denen die Grundstücke größtenteils gehören - bestandsfrei zu übergeben. Da laut Wiener Linien eine Sanierung bzw. Adaptierung der Stadtbahnbögen auf ca. 250 Millionen Schilling käme, streben diese nun den Abriss der Anlage an, was angeblich nur 50 Millionen Schilling kosten würde.

"Die ÖBB haben noch keine konkreten Vorstellungen, was an Stelle der Bögen auf den entsprechenden Liegenschaften entwickelt werden könnte. Man zieht sich auf den rechtlichen Standpunkt zurück, wonach die Kosten für eine allfällige Sanierung von den Wiener Linien zu bezahlen seien", so Hack. Da die Bögen zu recht unterschiedlichen Konditionen vermietet oder verpachtet sind, würde ein Abriss auch erhebliche rechtliche und organisatorische Probleme mit sich bringen. Darüber hinaus müssten geeignete Ersatzliegenschaften gefunden und angeboten werden.

"Es ist unbegreiflich, dass der ‚Heiligenstädter Ast' mit 63 Stadtbahnbögen und drei Brücken abgerissen werden soll", so Hack. Vom "größten und längsten Gebäude Wiens" würden dadurch rund 1,8 km unwiederbringlich zerstört werden. "Alternative Ideen zu einem Abriss scheiterten bisher daran, dass sich weder die ÖBB, noch die Wiener Linien, noch das Wiener Rathaus dafür zuständig fühlten", kritisierte die liberale Planungssprecherin. "Da die Erhaltung eines kulturhistorisch derart bedeutenden Baues auch im Interesse der Öffentlichkeit ist, fordern wir die Stadt Wien neuerlich auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Erhaltung der Stadtbahnbögen zu gewährleisten", sagte Hack. Für eine künftige Nutzung solle von der Stadt Wien ein offener Ideenwettbewerb ausgeschrieben werden, wiederholte sie die liberalen Forderungen. Als Grundlage für die Ausschreibung des Wettbewerbs soll eine Studie bei unabhängigen ExpertInnen in Auftrag gegeben werden. Die Studie soll die Möglichkeiten der Erhaltung der Bögen überprüfen und die damit verbundenen Kosten ermitteln.

Eine erste "Idee" für eine zukünftige Nutzung gibt es bereits. So hat die "ARGE Spittelau Architekten" in einer Vorstudie für die Bögen von der Nussdorferstrasse bis zur Brücke über die Heiligenstädter Straße ein erstes Nutzungskonzept erarbeitet. Dabei sollen sowohl die Bögen als auch die Dachlandschaft der stillgelegten Trasse für Kultur-Events, Erlebnisgastronomie und andere kommerzielle Nutzungen vorgesehen werden.

Die Wiener Liberalen starten darüber hinaus eine Initiative zur Rettung der Spittelauer Stadtbahnbögen. "Die Unterstützung namhafter ExpertInnen, aber auch zahlreicher WienerInnen soll die verantwortlichen PolitikerInnen im Rathaus dazu aufrufen, zuerst über eine sinnvolle Nutzung nachzudenken, bevor der Abriss eines nicht unwesentlichen Teils der Wiener Stadtbahnbögen zugelassen wird", so Hack abschließend.

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