Offener Brief der Gewerkschaft Bau-Holz an alle Abgeordneten zum Nationalrat

Wien (GBH/ÖGB) Betrifft: Kompetenzverschiebung in das Wirtschaftsministerium

Sehr geehrte Frau Abgeordnete!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter!

Die Gewerkschaft Bau-Holz ist über die von der neuen Regierung geplante Kompetenzverschiebung der Sachbereiche Arbeit vom bisherigen Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in das Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten tief betroffen.++++

Es ist nicht vertretbar, dass Gesundheitsschutz und soziale Sicherheit von ArbeitnehmerInnen in Zukunft den Wirtschaftsinteressen untergeordnet werden sollen. Besonders die Bau- und Holzarbeiter haben, da sie Unfallrisken und Gesundheitsgefährdungen am stärksten ausgesetzt sind, einen hohen Bedarf an Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Die Gewerkschaft Bau-Holz kritisiert vor allem die damit verbundene Arbeitseinschränkung der Arbeitsinspektorate. Dies bedeutet einen konzentrierten Angriff auf den ArbeitnehmerInnenschutz, durch den jegliche Möglichkeit einer unabhängigen Kontrolle der Arbeitsschutzbestimmungen verhindert wird. Im Gegensatz dazu wird eine bessere personelle Ausstattung der Arbeitsinspektorate und eine Weiterentwicklung des ArbeitnehmerInnenschutzes gefordert.

Sehr geehrte Frau Abgeordnete, sehr geehrter Herr Abgeordneter, wir ersuchen Sie im Namen der Gewerkschaft Bau-Holz und der 250.000 ArbeitnehmerInnen in den Bau- und Holzbranchen sowie deren Familien, alles in Ihrer Verantwortung als Abgeordnete(r) stehende zu unternehmen, um diese Verschlechterungen auf dem Rücken der Arbeitnehmer zu verhindern. Wir apellieren an Ihr soziales Gewissen und an Ihre soziale Kompetenz.

Hochachtungsvoll

LAbg. Johann Driemer
Anton Korntheuer
Bundesvorsitzender
Bundessekretär

ÖGB, 1. März 2000 Nr. 110

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