"Neue Zeit" Kommentar: "Gift nehmen" (von Helmut Griess)

Ausgabe vom 1. März 2000

Graz (OTS) - Sollte es wirklich Haiders Idee gewesen sein, durch seinen Rückzug als FP-Chef das Ausland zu beschwichtigen, dann ist das glanzvoll daneben gegangen: Es ist völlig egal, welche Funktion Haider in der FP hat - für die internationale Staatengemeinschaft ausschlaggebend ist, dass diese Partei, die Geist von seinem Ungeist ist, in der Regierung sitzt. Dagegen macht das Ausland die Mauer. Aber das Ausland hat Haider schon bisher nicht gekümmert. Mit seinem sogenannten Rücktritt hat er nur seinen Handlungsspielraum erweitert:
Wie schon von 1983 bis 1986 kann er wieder von Kärnten aus Opposition gegen eine Regierung betreiben, in der seine eigene Partei vertreten ist und versuchen, diese sturmreif zu schießen. Und dass dort bis dahin nichts passiert, was seinen Interessen widerspricht, dafür wird neben Susanne Riess-Passer schon Dieter Böhmdorfer sorgen, der Parteianwalt im Justizministerium - eine in der Zweiten Republik beispielslose "Karriere". Haider hat lediglich eine neue Position für sein Ziel bezogen, sich selbst diesem Land als Bundeskanzler anzutun - "darauf können Sie Gift nehmen".

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