Jürgen Flimm wird Schauspielchef in Salzburg

Ruzicka bestätigt im NEWS-Interview Endverhandlungen für nächste Woche - Stein und Abbado kommen wieder. VORAUSMELDUNG NEWS 9/00 vom 2.3.00

Wien (OTS) - Jürgen Flimm, Regisseur und scheidender Intendant des Hamburger Thalia-Theaters, steht als Schauspielchef der Salzburger Festspiele ab Sommer 2002 praktisch fest. In einem Interview für die am Donnerstag erscheinende Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS bestätigt der designierte Intendant Peter Ruzicka entsprechende Informationen. Ruzicka: "Wir wollen in der nächsten Woche eine Bilanz unserer sehr guten und konstruktiven Gespräche ziehen und sie zur Entscheidung verdichten. Es geht mir darum, dass das Schaupiel kein Festival im Festival ist, sondern dass wir gemeinsame inhaltliche Linien verwirklichen, eine planerische Einheit und thematische und dramaturgische Vernetzung finden. Das betrifft auch das Festival "Zeitfluss", mit dessen Gestaltern ich ein gutes Gespräch über inhaltliche Kooperation geführt habe."

Neben Flimm waren auch Hermann Beil, Vizedirektor an Peymanns Berliner Ensemble, und der frühere Salzburger Schauspielchef Peter Stein für das Amt des Schauspielchefs im Gespräch.

o Laut Ruzicka wird Stein, der im Konflikt mit Intendant Mortier ging, ab 2002 wieder als Regisseur für die Festspiele zur Verfügung stehen.

o Auch Claudio Abbado hat, so Ruzicka in NEWS, soeben seine Bereitschaft zur Rückkehr als Operndirigent unter der neuen Intendanz bekundet. Der weit gediehene Rahmenvertrag mit den Wiener Philharmonikern habe auch Bedenken Abbados über wechselnde Orchesterbesetzungen ausgeräumt.

o An Peter Turrini wird ein Stückauftrag ergehen. Ruzicka: "Hätte ich in diesem Sommer schon etwas zu reden, wäre dieser Auftrag sofort ergangen. Im Schauspielbereich kann man auf neue Situationen ja viel rascher reagieren. Schließlich hat das Regietheater jahrelang Abend für Abend zu den gesellschaftlichen Werten Stellung bezogen. Jetzt gibt es eine Situation, die auf die Gefährdung dieser Werte abzielt. Jetzt wäre es Zeit, aus dem Elfenbeinturm hervorzukommen."

Ruzicka weiter zu NEWS: Nur 20 Kartenvorbestellungen seien für den kommenden Sommer storniert worden, und kein einziger Künstler habe ihm aus politischen Gründen die Mitwirkung an den Festspielen verweigert. Ruzicka zitiert Alfred Brendel: "Ich komme besonders gern nach Salzburg, und wenn ich demonstrieren soll, tue ich es gern."

Auch Meldungen vom Rückzug der Sponsorin Betty Freeman träfen nicht zu: "Erstens steht sie zu ihren selbst eingegangenen Verpflichtungen, Kompositionsaufträge zu finanzieren. Ansonsten bin ich mit Betty Freeman befreundet und habe das Nötige getan, um sie auch künftig bei der Stange zu halten. Gegenteilige Äußerungen über ihren Abgang waren unrichtig und unnötig."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Sekretariat NEWS-Chefredaktion
Tel. (01) 213 12103

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS