Häupl und Görg Präsentieren Museumsquartier - Vorplatzgestaltung

Wien, (OTS) Bei der Bürgermeisterpressekonferenz im Wiener Rathaus präsentierten am Dienstag Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg gemeinsam mit Architekt Laurids Ortner die Entscheidung zur zukünftigen Gestaltung des Museumsquartier-Vorplatzes. Baubeginn der Vorplatzneugestaltung
soll Sommer 2000 sein. Die Fertigstellung des Museumsquartiervorplatzes ist mit Mai 2001 geplant. Die Grobkosten werden auf 80 Mio. Schilling geschätzt.

Beide Politiker betonten, dass das Gestaltungskonzept von
Architekt Ortner den städtebaulichen Vorgaben ideal entspreche. Dabei waren folgende Voraussetzungen waren für die Vorplatzgestaltung des Museumsqaurtiers zu erfüllen:

o Die Fläche ist ein städtebauliches Bindeglied zum Maria-

Theresien-Platz und soll als solches erhalten bleiben
o Die Fläche ist einer der größten Grünbereiche des 7. Bezirkes o Die Fläche ist Bühne und Entree des Museums
o Der Vorplatz soll einen Bezug zum Fischer-von-Erlach-Trakt

herstellen

Ortners Vorschlag habe die städtebaulichen Vorgaben erfüllt:
der Grüncharakter der Fläche bleibe erhalten, der Vorplatz erhält eine Zonierung (Aufteilung) in drei Teile: Grünfläche, Mittelrisalit (Vorbau im Bereich des Museumseinganges) und eine "grüngerahmte" Bühne. Durch den Mittelrisalit und die dazugehörende neutrale Bodengestaltung komme die Fassade des Fischer-von-Erlach-Traktes besonders gut zur Geltung. Die grüngerahmte Bühne sei für künstlerische Events (Konzerte, Lichtspiele,Performances) mit der nötigen technischen
Infrastruktur ausgestattet.****

Fachliche Details zum Gestaltungskonzept

Das Vorfeld der ehemaligen Hofstallungen hat sich im Laufe
der Zeit immer wieder geändert. So entwickelte es sich von der nur geschotterten Oberfläche zu einen Grünbereich mit Baumbestand um dann wieder als Parkplatz, für die hier ehemals angesiedelte Messe zu dienen. Mit der Errichtung der Tiefgarage erhielt der Vorplatz sein heutiges Aussehen.

Nunmehr mutiert dieses Vorfeld zum Entree für einen Kunst-
und Kulturbau von europäischem Format. Daraus resultieren natürlich eine Reihe von Ansprüchen. Diese Vorzone muss als Grünraum, mit Aufenthalts- und Begegnungsfunktionen dienen, den Besucher auf das Museumsquartier gestalterisch aufmerksam machen
und ihn einstimmen. Neben einer großzügigen und attraktiven Optik, muss es auch die Möglichkeit geben, vielfältige Events im Zusammenhang mit dem Museumsquartier zu inszenieren. Eine multifunktionale Nutzung ist daher notwendig.

Der Planer sieht diesen Vorplatz als Bindeglied zum Maria Theresien-Platz und damit zur Inneren Stadt. Den zu erfüllenden Ansprüchen gemäß, ergibt sich eine klare Zonierung des Vorplatzbereiches. So betont eine bewusst gestalterisch neutrale Oberfläche den Mittelrisalit des Fischer-Erlach-Traktes. In Richtung Volkstheater entwickelt sich ein großzügiger Grünbereich, gegen die Mariahilfer Straße wird die Ausbildung des Platzteiles für die multifunktionalen Nutzungen vorgeschlagen. Die differenziert gesetzten grüngestalterischen Maßnahmen sollen der Vorplatzzone auch einen ausgewogenen Grüncharakter verleihen.

Die Begrenzungslinie dieser Vorzone entlang der Lastenstraße ist innerhalb der stadträumlichen Situation eine wichtige gestalterische Nahtstelle. Derzeit endet die Grünfläche direkt in einer Fahrbahn und entwickelt dabei keine attraktive
Randausbildung.

Das Projekt schlägt im Sinne einer Verbesserung dieser Situation, eine Reihe von Maßnahmen vor. So soll der Charakter der formalen Abgrenzung zum Straßenraum auf der Seite Hofmuseen auch
am Vorplatz aufgenommen werden - ein Fußweg entlang der Museumsstraße schafft eine klare Trennung. Dabei liegt die, zum Niveau des Vorplatzes tieferliegende Fahrbahn wie in einem
Flussbett zwischen den beiden Plätzen und bewahrt die räumliche Einheit. Mit der Ausbildung einer enggesetzten Allee und einer begleitenden Heckenformation, wird die Attraktivität spürbar gesteigert. Der neue Fußweg macht neue Blickbeziehungen (Fischer-von-Erlach-Trakt, Museen, etc.) erlebbar. Die Summe all dieser Maßnahmen soll letztlich eine neue Sequenz entwickeln, die das Stadtbild aufwertet und die Erlebnisvielfalt steigert.

Zur Ankündigung von Veranstaltungen bzw. Informationen des Museumsquartiers befinden sich an der Platzecke Volkstheater sowie am Platz an der Mariahilfer Straße jeweils eine LED Bildwand. Zwei städtebaulich wirksame 10 m hohe Leuchtobelisken im Haupteingangsbereich betonen zusätzlich die kulturelle Bedeutung des Museumsquartiers nach außen.

Es erfolgen weitere detaillierte Erläuterungen für diese Veranstaltungs- bzw. Informationshinweise:

Bäume: Als "Architektonisches Grün" ist die Baumbepflanzung an der Museumsstraße ein wichtiges Gestaltungselement. Die Magistratsabteilungen MA 22 (Umweltschutz) und MA 42 (Stadtgartenamt) beurteilen den Baumbestand an der Museumsstraße großteils als schwer geschädigt bzw. als nicht stadtgerecht. Eine von der MA 42 durchgeführte Begutachtung der Bäume zeigt, dass von den 28 Alleebäumen an der Museumsstraße nur 4 Bäume gesund sind. Die restlichen 24 Bäume zeigen schwere Schäden. Den 30 kleineren Bäumen in der 2. Reihe ist auf Grund ihrer Pflanzung auf der Garagendecke jede Entfaltungsmöglichkeit genommen. Auf Grund
dieser klaren Situation ist es notwendig, die Alleebäume an der Museumsstraße zur Gänze auszutauschen. Die vorgeschlagene neue Allee soll aus Bergahorn oder Hainbuchenbäumen bestehen. Der Blick vom Maria-Theresien-Platz auf den Hauptrisalit des Fischer von Erlach Traktes ist dabei von den Bäumen freigehalten.

Bodenmaterialien: Eine Abfolge von Betonsteinen und Natursteinen bilden den notwendigen festen Untergrund für die verschiedenen Veranstaltungen im Freien sowie eine gestalterische Reaktion auf die Hofgestaltung des Museumsquartiers. Ein Netz von Auslasspunkten im Boden für Wasser und Strom, welches sich über den gesamten Bereich des Vorplatzes erstreckt, ermöglicht ein temporär bespielbares Medienfeld.

Beleuchtung: Als Außenleuchten für den Vorplatz sind zeitgemäße säulenförmige Kandelaber geplant. Die 5 m hohen Lichtsäulen bestehen im Einzelnen aus einem eloxierten Aluminiumzylinder als Sockel für das 3,30 m lange Leuchtrohr aus schlagfestem Polycarbonat. Als Beleuchtung für die Fahrbahn sind Bogenleuchten wie in der angrenzenden Bellariastraße bzw. Babenbergerstraße vorgesehen.

Tiefgarage, Rampenausbildung, Stiegenaufgänge, etc.: Die Öffnungen der Stiegenaufgänge und Fahrrampen am Vorplatz sollen neue Brüstungen aus Naturstein erhalten. Weiters ist geplant, die vorhandenen Oberlichten im 1. Tiefgeschoss zu reduzieren. Dabei bleiben die Lüftungsöffnungen und Brandrauchentlüftungen in vollem Umfang an Ort und Stelle erhalten.

Verkehr: Für den Individualverkehr zum Museumsquartier steht weiterhin die Tiefgarage unter dem Vorplatz zur Verfügung. Zu- und Abfahrt am Museumsplatz bleiben bestehen.

In der Verlängerung der Achse des Maria-Theresien-Platzes ist ein 12 m breiter durchgehender Fußgängerübergang bis vor das Museumsquartier geplant. Voraussetzung dafür wären ein geringfügiger Umbau an den beiden Rampen für die Tiefgarage (die Lage bleibt unverändert).

Das direkte Zufahren von Touristenbussen vor das Museumsquartier ist nicht geplant. Zufahrt und Parken erfolgt in
der Nebenfahrbahn vor dem Kunsthistorischen und Naturhistorischen Museum. Der Zugang der Besucher erfolgt über den Maria-Theresien-Platz zentral auf das Museumsquartier.

Wichtige Zugänge zum Museumsquartier sind die beiden Passagen über den U-Bahnstationen im Bereich Mariahilfer Straße und Volkstheater. Die Station Babenbergerstraße - Mariahilfer Straße wird künftig in Station Museumsquartier umbenannt und völlig neu gestaltet.

Kosten: Nach einer Grobkostenschätzung belaufen sich die Nettoherstellungskosten für den Vorplatz auf ca. 80 Millionen Schilling.

Termine: Baubeginn Sommer 2000, Fertigstellung Mai 2001. (Schluss) lei

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