Frauengesundheit: Wien als Vorbild für Hamburg

Wien, (OTS) Die Stadt Hamburg nimmt sich in Sachen Frauengesundheit Wien zum Vorbild. Am Montag präsentierte die Gesundheitssenatorin der Hansestadt, Karin Roth, eine ExpertInnen-Kommission, die Vorschläge für ein Aktionsprogramm "Frauen und Gesundheit" erarbeiten wird. Senatorin Roth: "Beispielhaft für die Planungen in Hamburg ist das Wiener Frauengesundheitsprogramm. In Wien wird neben der Berücksichtigung aller Lebensphasen im Leben einer Frau vor allem die Verknüpfung von Gesundheit und Krankheit mit der Lebenswelt insgesamt in den Mittelpunkt gerückt".

"Wir freuen uns, dass die Hamburger hier auf Erfahrungen aus Wien zurückgreifen", erläuterte dazu Wiens Gesundheitsstadtrat Dr. Sepp Rieder. "Es bestehen bereits seit Jahren ein reger Gedankenaustausch und eine erfolgreiche Kooperation zwischen Wien und Hamburg." Die beiden Städte seien, so Rieder, in Bezug auf Größe, Struktur und die Organisation des Gesundheitswesens absolut vergleichbar, weshalb sich die Zusammenarbeit als besonders
intensiv und konkret erweise. Für Wien überaus interessant seien in Hamburg die Bereiche Krankenhausplanung und Geriatrie, im Gegenzug orientiert sich Hamburg am Wiener Modell der Patientenanwaltschaft und eben am Wiener Frauengesundheitsprogramm.****

Rieder: "Als die nach internationalen Maßstäben einzige österreichische Großstadt ist Wien auf die Zusammenarbeit und den Gedankenaustausch mit anderen europäischen Metropolen angewiesen. Gerade in Zeiten einer weit gehenden Selbstlähmung der Außenpolitik der Republik müssen arbeitsfähige und akzeptierte Allianzen auf kommunaler Ebene geschaffen und gepflegt werden."

Das Hamburger Aktionsprogramm "Frauen und Gesundheit" orientiert sich an den Wiener Erfahrungen mit folgenden Rahmenbedingungen:

Frauen haben andere gesundheitliche Risiken und Krisen zu bewältigen als Männer, z.B. Schwangerschaft, Geburt, Brustkrebs; Frauen haben im Alltag mehreren Rollen gerecht zu werden, und zwar als Berufstätige, als Partnerin, als Mutter/berufstätige Mutter und Pflegende von Angehörigen;

Frauen sind häufiger Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch.

Noch immer sind Frauen von sozialen Benachteiligungen und schlechteren Arbeitsbedingungen betroffen. Besonders zu berücksichtigen sind auch die Situation von Migrantinnen sowie rechtliche Aspekte von Frauen im Gesundheitswesen.

Ziel des Aktionsprogrammes ist es, im Hamburg Bündnisse für Frauengesundheit zu schaffen. Unter anderem kommen hierfür
folgende Schwerpunkte in Betracht: Gesundheit rund um die Geburt, pränatale Diagnostik, ungewollte Kinderlosigkeit, Gewalt gegen Frauen, Brustkrebs, Migrantinnen und Prostitution, Frauen und Psychiatrie, Medizinversorgung von obdachlosen Frauen, Frauen im Alter, allein erziehende Mütter mit behinderten Kindern.

Das "Wiener Frauengesundheitsprogramm" wurde im Herbst 1998
von allen Parteien des Wiener Gemeinderates beschlossen. Damit war die Bundeshauptstadt nach Glasgow die weltweit zweite Stadt mit so einem Programm. Mehrere Schwerpunkte, wie die Essstörungs-Kampagne oder die Einrichtung des Frauengesundheitszentrums F.E.M.-Süd wurden seither bereits umgesetzt. (Schluss) nk

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