Haiders Rücktritt. Politur von Erwin Zankel

Graz (OTS) - Jörg Haider hat schon mehrmals mit dem Rücktritt gedroht, doch diesmal hat er ihn vollzogen. Was man ursprünglich als einen Scherz am Rande des Villacher Fasching hielt, wurde Gewissheit. Aber was ist schon auf Dauer bei Haider? Deswegen ist Vorsicht geboten. Kein Zweifel besteht daran, dass die schwarz-blaue Regierung einen schlechten Start hatte. Vor allem die Ministerriege der FPÖ erwies sich als Schwachstelle. Doch per sonelle Missgriffe haben Haider bisher noch nie gestört. Eher wird er sich durch seinen Zögling Karl-Heinz Grasser überlöffelt fühlen, der das Armutsge bot von 60.000 Schilling für FPÖ-Politiker gebrochen und Haider als Papiertiger entlarvt hat. Solche Ausritte hat Haider aber bisher immer mit der Peitsche bestraft. Folglich könnte ein an deres Motiv als die inner parteiliche Disziplin den Ausschlag gegeben haben:
Haider nimmt sich aus dem Spiel, um die 14 EU-Partner zum Offenbarungseid zu zwingen, ob sie ohne den FPÖ-Chef die Sanktionen gegen Österreich aufrecht erhalten. Was im Augenblick als Atempause für die Regierung ausschaut, könnte sich bald als Bumerang herausstellen. Haider im Kärntner Ausgedinge ist noch nicht vorstellbar.

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