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Jänner 2000: Zu trocken, wenig Niederschläge Aktueller Bericht des Wasserbauamtes

Bregenz (VLK) - Der Jänner 2000 war zu trocken, die
Niederschläge lagen meist bei nur 30 bis 100 Prozent der Normalmenge. Das gibt der Hydrografische Dienst des Landeswasserbauamtes in seinem aktuellen Bericht bekannt.
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Der Hydrografische Dienst im Landeswasserbauamt berichtet,
dass der Jänner 2000 bei sehr unterschiedlichen Temperaturen unterdurchschnittliche Niederschläge aufwies. Die
Lufttemperaturen lagen in höheren Gebieten bis maximal 1,7
Grad unter, in tieferen Lagen bis 1,0 Grad über dem
langjährigen Durchschnittswert. Die Niederschläge lagen bei
nur 30 bis 100 Prozent der Normalmenge. Im Gegensatz zu den unterdurchschnittlichen Niederschlägen lagen die Abflüsse
sowie die Grundwasserstände im Jänner 2000 auf Grund der
hohen Dezemberniederschläge über den Mittelwerten.

Bis Mitte des Monats traten kaum nennenswerte
Niederschläge auf. Am 16. Jänner erreichte mit einer
stürmischen Nordwestströmung eine Störung Vorarlberg. Mit
einer weiteren Kaltfront ab dem 21. des Monats traten
verbreitet intensive Schneefälle auf. Vom 25. bis 28. Jänner erstreckte sich ein Hoch von den Britischen Inseln bis
Mitteleuropa. In Vorarlberg herrschte dabei klirrend kaltes,
aber sonniges Winterwetter. Mit einer Wetterumstellung Ende
des Monats kam es zu einem starken Temperaturanstieg mit intensiveren Niederschlägen um den 30. Jänner. Die Schneefallgrenze stieg auf über 1000 Meter an.

Niederschlag und Lufttemperatur:

Im Jänner sind folgende Niederschlagssummen aufgeteilt auf
die verschiedenen Talschaften aufgetreten:

Im Rheintal 25 bis 55 Millimeter (30 bis 60 Prozent), Bregenzerwald 80 bis 140 Millimeter (65 bis 85 Prozent),
Walgau 20 bis 40 Millimeter (30 bis 40 Prozent), im Großen Walsertal und Laternsertal 110 bis 160 Millimeter (70 bis 95 Prozent), im Montafon 75 bis 120 Millimeter (85 bis 100
Prozent) sowie am Arlberg und Tannberg 95 bis 120 Millimeter
(75 bis 85 Prozent). Die höchsten Niederschläge mit maximalen Tagessummen bis 40 Millimeter wurden vorwiegend am 23. Jänner gemessen. Insgesamt regnete und schneite es im Jänner an 11
bis 15 Tagen, womit die Niederschlagshäufigkeit leicht unterdurchschnittlich war.

In Zürs gab es im Jänner in Summe insgesamt 150 Zentimeter Neuschnee (Täglich aufsummierte Neuschneewerte). Vom 17. bis
24. Jänner fielen dabei insgesamt über 110 Zentimeter
Neuschnee. Die Schneehöhe erreichte Ende Jänner 145
Zentimeter und lag somit um 10 Zentimeter über dem
Mittelwert.

Der Lufttemperaturverlauf im Jänner zeigte in den ersten
zwei Monatsdritteln ein ständiges Auf und ab. Anschließend
brachte das Hochdruckwetter eine Kältewelle nach Vorarlberg.
Gegen Ende des Monats gab es Tauwetter und Regen bis über
1.000 Meter Seehöhe. Das Monatsminimum wurde in den meisten Messstellen am 25. Jänner festgestellt. In Zürs trat dabei
ein Tagesmittel von -21,0 Grad auf, die Minimumtemperatur
betrug -27,8 Grad. Über den gesamten Monat Jänner gesehen
lagen die Lufttemperaturen recht unterschiedlich, bei -1,7
Grad bis + 1,0 Grad gegenüber dem langjährigen Durchschnitt.
Das Monatsmaximum wurde überwiegend am 30. und 31. Jänner erreicht.

Abflussgeschehen

Die Abflüsse der Oberflächengewässer blieben im Jänner
über dem Durchschnitt. An der Bregenzerach lag der mittlere Monatsabfluss bei 34,5 m3/s (langjähriges Mittel 25,1 m3/s).
Am Rhein lag der mittlere Abfluss mit 136 m3/s (langjähriges
Mittel 118 m3/s) ebenfalls über dem Durchschnittswert.

Die Wassertemperatur an der Bregenzerach lag im
Berichtsmonat mit 0,6 Grad unter dem Mittelwert von 1,6 Grad.
Auch am Rhein lag die Wassertemperatur mit 0,3 Grad unter dem langjährigen Mittelwert (2,9 Grad). Das Niederwasser lag bei
62,0 m3/s, das Hochwasser bei 285 m3/s.

Der Wasserstand des Bodensees fiel im Jänner
kontinuierlich um rund einen Zentimeter pro Tag. Der
Pegelstand Ende Jänner betrug 73 Zentimeter nach 107
Zentimeter zu Monatsanfang. Ende des Monats lag der
Wasserstand des Bodensees um 11 Zentimeter über dem mittleren Stand, im Monatsmittel waren es 16 Zentimeter. Die
durchschnittliche Wassertemperatur am Bodensee, welche
jeweils 50 Zentimeter unter der Wasseroberfläche gemessen
wird, lag im Jänner mit 3,3 Grad geringfügig über dem langjährigen Mittelwert von 3,1 Grad.

Unterirdisches Wasser

Praktisch den ganzen Jänner über sanken die
Grundwasserstände in ganz Vorarlberg leicht ab. Der
Wetterverlauf wirkte sich nicht nachhaltig auf die Grundwasserverhältnisse aus. Einzig in den letzten
Jännertagen konnte an einigen Messstellen ein deutlicher
Anstieg der Grundwasserstände beobachtet werden. Gesamthaft gesehen, lagen die Grundwasserstände im Jänner etwas über den langjährigen Mittelwerten.

Die Stromerzeugung im Jänner 2000 lag im Bereich
Bregenzerwald 27 Prozent unter, im Großwalsertal im
Durchschnitt 10 Prozent über dem Regelwert. In den Bereichen
der Vorarlberger Illwerke im Einzugsbereich Obere Ill, Kops, Silvretta und Lünersee lag die Stromerzeugung um 9 Prozent,
beim Walgauwerk um 11 Prozent über dem Regelarbeitsvermögen.

Beilagen:
-Messstellenübersicht der ausgewählten Stationen für den Monatsbericht
-Lufttemperatur-Monatswerte
-Niederschlagssummenlinien
-Niederschlags-Monatssummen
-Vergleich der Niederschlagssummen und der Lufttemperaturmonatsmittel
-Tagessummen Niederschlag und Lufttemperaturtagesmittel
einiger Stationen
-Schneeverlauf von Zürs - Winter 1999/2000 im Vergleich zu
Mittel- und Extremwerten und Wasserstandsbewegung des
Bodensees von 2000 im Vergleich zu Mittel- und Extremwerten
-Vier ausgewählte Grundwasser-Messstationen im Vergleich zu
Extrem- und Mittelwerten
-Niederschlags- und Lufttemperaturdaten der ausgewählten
Stationen mit Wasserstandsganglinie Rhein vom Jänner 2000 (so/gm,nvl)

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