"Neues Volksblatt" Kommentar: "Ein Loblied der Partei" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 29. Februar 2000

LINZ (OTS) - Die neue Personalpolitik der SPÖ ist bemerkenswert:
Vorbei scheint die Zeit der Manager und Banker in Nadelstreif und dunkelblauem "Arbeits-Anzug", vorbei scheinen Parteimanager, deren Wirken mehr im Marketing denn in der inhaltlichen Auseinandersetzung zu spüren war. Die Personen, die die neue Spitze der SPÖ ausmachen, verbreiten den Stallgeruch ihrer Partei. Das Loblied, das in breiten Kreisen der Gesellschaft und der Massenmedien den so genannten Quereinsteigern gesungen wird, wird in der SP nun durch ein neues und gleichzeitig altes Loblied der Partei ersetzt. Das ist auch gut so -zu sehr haben Parteien, die Ideologien durch Umfragen ersetzt oder einfach nur mehr Bewegungen sein wollten, weil Parteien ja etwas ach so Böses und Altes sind, der Demokratie geschadet. Denn lebendige Demokratie braucht Ideologien - und sie braucht Parteien.

Für den Wähler scheinen Ordnungen, links, rechts, mitte, mit dieser SPÖ nun wieder stärker nachvollziehbar zu sein. Die entscheidende Frage ist, wie sich die neue, linke SPÖ in der politischen Praxis verhält. Ideologien sind gut. Wo sie in der Praxis aber zum sturen Nein-sagen oder zum neuen Klassenkampf degenerieren, werfen sie die Demokratie zurück.

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