"Kleine Zeitung"-Kommentar: "Dammbruch" (Von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 29. 2. 2000

Graz (OTS) - Eingeweihte haben das Fastengebot, das Jörg Haider seiner Partei auferlegte, ohnehin nie sehr ernst genommen. Sie wussten, wie sich manche prominente FPÖ-Politiker an der Regelung vorbeischwindelten, dass sie höchstens 60.000 Schilling netto verdienen dürfen. Hätten sich alle daran gehalten, wäre der Sozialfonds, in den der Mehrverdienst einzuzahlen ist, prall gefüllt gewesen.

Deshalb sind alle Versuche Haiders, den Dammbruch zu verschleiern, indem er seinen Ministern mehr oder weniger freiwillige Spenden vorschreibt, zum Scheitern verurteilt.

Entscheidend war, dass er dem von Frank Stronach fürstlich bezahlten Karl-Heinz Grasser eine Ausnahme zugestand, um ihn zum Wechsel vom Magna-Konzern ins Finanzministerium zu bewegen. Das war das Signal für alle anderen, ebenfalls zuzugreifen.

Für die Republik ist die Frage, was die Minister mit ihrem Gehalt machen, nebensächlich. Für den FPÖ-Chef ist es ein zentrales Problem, dass sich jene die sie als selbstlose Kämpfer für den kleinen Mann ausgeben, ganz anders verhalten, wenn sie einmal an der Krippe sind.

Populisten entzaubern sich durch ihre Handlungen. Darauf können Haiders Gegner Gift nehmen. ****

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