Industriekonjunktur stabilisiert sich

Lamel: "Internationale Reaktionen werden keine substanziellen wirtschaftlichen Auswirkungen haben"

Wien(PWK) Die Bundessektion Industrie berichtete im Rahmen ihrer quartalsmäßigen Konjunkturpressekonferenz von einer anhaltenden Erholung der Industriekonjunktur. "Wir gehen davon aus", so Joachim Lamel, Syndikus der Bundessektion Industrie, "dass die derzeitigen internationalen Reaktionen keine substanziellen wirtschaftlichen Auswirkungen haben werden." Derzeit berichten die Industrie-Fachverbände über gute Exportentwicklungen. Dies dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser Aufschwung vermehrt auf den schwachen Euro und nicht auf die verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurückzuführen ist.

Erstmals meldete kein Fachverband eine rückläufige Produktionsentwicklung. Positive Tendenzen bestätigen elf Fachverbände, dabei besonders die Grundstoffbereiche wie Chemie, Papiererzeugung, Papier- und Pappeverarbeitung, die Sägeindustrie und Holzverarbeitung. Verbessert haben sich auch die Bereiche NE-Metall und Metallwarenindustrie, die Maschinen- und Elektroindustrie sowie die Nahrungs- und Genussmittel- und die Bauindustrie.
Zehn Bereiche, darunter Bergwerke und Eisenerzeugende Industrie, die Stein- und keramische Industrie, Glasindustrie, Ledererzeugung, Lederverarbeitung, Gießerei, Fahrzeugindustrie sowie Textil und Bekleidung, melden gleichbleibende Produktionsentwicklungen.

Die Auftragseingänge verlaufen ebenfalls positiv. Je zehn Fachverbände melden steigende bzw. gleichbleibende Tendenzen, nur der Bereich NE-Metallindustrie meldet Rückgänge. Positiv sind die Entwicklungen im Bereich Bergwerke, chemische Industrie, Papiererzeugung, Papier- und Pappeverarbeitung, Sägeindustrie, Holzverarbeitung, Gießerei-, Fahrzeug-, Metallwaren- sowie Elektroindustrie. Eine gleichbleibende Entwicklung melden die Fachverbände Stahl, Stein- und keramische Industrie, Glasindustrie, Nahrungs- und Genussmittel, Ledererzeugung und Lederverarbeitung, die Maschinen- und Textil und Bekleidungsindustrie sowie der Baubereich. Lamel nimmt an, dass die Sachgütererzeugung, die im vergangenen Jahr um 2,3% wuchs, bei anhaltender positiver Entwicklung im heurigen Jahr um 4% wachsen könnte.

Die angespannte Kostensituation, der hohe Wettbewerbsdruck und die hohen Rohstoffpreise setzen die Industrie jedoch unter starken Ertragsdruck. Daher sind weitere Verbesserungen der Wettbewerbsfähigkeit intensiv zu verfolgen. Der Beschäftigungsstand in der Industrie sollte sich, laut Lamel, in diesem Jahr stabilisieren.
Die europäische Konjunktur weist, laut Prof. Werner Clement, Vorstand des Industriewissenschaftlichen Institutes, eine anhaltende Dynamik auf. Clement erwartet sogar, dass die europäische Industriedynamik jene der USA, trotz "New Economy" überholen werde. Japan hinkt immer noch seinen früheren Wachstumsraten hinten nach.

Die Bundessektion Industrie hat noch keinerlei negative Meldungen aus den Fachverbänden in Bezug auf die Maßnahmen der 14 EU-Staaten erhalten. Eine diesbezügliche Umfrage bei den Unternehmen zeigte auf, dass die Unternehmer auch zukünftig mit keiner solchen Auswirkung rechnen. Zu einem gleichen Ergebnis kommt auch eine Umfrage des Industriewissenschaftlichen Institutes. "Wir werden die Entwicklungen aber sehr genau beobachten", ergänzte Lamel.

Mit dem Budget und den darin enthaltenen Lohnnebenkostensenkungen ist Lamel insofern zufrieden, da zumindest ein Teil der Forderungen der Bundessektion Industrie verwirklicht wurden. "Allerdings werden wir weiter für eine Entlastung der Betriebe eintreten, da sich nur in einer wettbewerbsfähigen Industrie positive Beschäftigungstendenz entwickeln kann", so Lamel. (MH)

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