Greenpeace deckt auf: Gentech-Saatgut demnächst auf Österreichs Feldern!

"Nur sofortiges Importverbot kann Österreich noch vor Anbau von herbizidresistentem Gen-Mais Saatgut schützen"

Wien (OTS) - Greenpeace alarmierte Montag morgen die Öffentlichkeit: Gentech-Mais könnte schon bald erstmals auf Österreichs Feldern angebaut werden. Der EU-Ausschuß für Saatgut hat kürzlich die EU-weite Zulassung von drei Gentech- Maissorten beschlossen. Zwei davon sind in Österreich dank dem Importverbot illegal, eine dritte Sorte könnte aber schon bald in ganz Österreich ausgesät werden.

Greenpeace verlangt daher ein sofortiges Importverbot für die betroffenen Maissorte "Chardon LL T25" von AgrEvo: "Das Gentechnik-freie Österreich steht auf dem Spiel! Nur mit einem Importverbot kann der Anbau legal bundesweit noch verhindert werden. Die Menschen würden es nicht verstehen, wenn Gentech-Sorten jetzt unkontrolliert nach Österreich kommen würden. Nun sind von der neuen Bundesregierung Taten gefragt", betonte Greenpeace Gentech-Sprecherin Susanne Fromwald.

"Bereits 1996 hat AgrEvo versucht, herbizidresistenten Gen-Mais T25 in Österreich freizusetzen, mußte den Antrag aufgrund massiver Proteste der Bevölkerung jedoch zurückziehen. Nun kann der Gen-Mais durch das Hintertürl einer EU-Sortenzulassung abseits jeder öffentlichen Kontrolle doch noch auf unsere Felder kommen. Die letzte Möglichkeit, einen breiten Anbau von Gen-Mais in Österreich zu verhindern, ist ein Import- und Anbauverbot von herbizidresistentem Genmais nach Art. 16 der EU-Freisetzungsrichtlinie 90/220", erklärte Fromwald.

Greenpeace hat bereits am 18. Februar die zuständige Ministerin Elisabeth Sickl schriftlich aufgefordert, nicht zuletzt zum Schutz der heimischen Konsumenten und Bauern ein sofortiges Importverbot zu verhängen. Sickl hat aber bis heute nicht reagiert.

"Sickls Parteikollegen haben die Forderungen des Gentechnik-Volksbegehrens wie ein Freisetzungsverbot für Gentech-Pflanzen immer wieder öffentlich unterstützt. Das Schweigen von Ministerin Sickl, die auch von Minister Molterer bereits über den Fall informiert wurde, ist daher völlig unverständlich. Als ehemalige Naturschutz-Landesrätin sollte sie um die Gefahren von Gentech-Mais Bescheid wissen. Wir erwarten von Ministerin Sickl ein sofortiges Import- und Anbauverbot für Gentech-Mais. Andernfalls wird sie die Preisgabe des 'Gentech-freien' Österreich zu verantworten haben. Proteste sind dann vorprogrammiert", unterstrich Fromwald. "Greenpeace wird jedenfalls nicht tatenlos zusehen, wie das Bio-Land Österreich von Gentech-Pflanzungen zunichte gemacht wird."

Seit Dezember 1998 kann jede Gentech-Sorte, die in einem EU-Land zwei Jahre im nationalen Sortenkatalog steht, für den EU-weiten Anbau freigegeben werden. Österreich hat zwar einen "Generalvorbehalt" gegen die neuen Gen-Sorten angemeldet, juristisch verbindliche Einspruchsmöglichkeiten gibt es aber keine mehr. Die einzige Möglichkeit, einen Anbau von Gentech- Sorten noch zu verhindern, ist demnach ein Import-und Anbauverbot. Bisher haben neben Österreich auch Frankreich, Griechenland, Luxemburg und Deutschland nationale Import- Verbote für Gentech-Pflanzen erlassen.

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