FORMAT: Eskalation im Vertragspoker zwischen PSK-Vorstand und Finanzminister

Neue Dreijahresverträge für Kothbauer und Stoss wären für Grasser "eine Zumutung gegenüber künftigem Eigentümer"

Wien (OTS) - Der Vertragspoker zwischen den beiden Vorständen der zur Privatisierung anstehenden Postsparkasse und dem neuen Finanzminister spitzt sich zu. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Laut FORMAT will Finanzminister Karl-Heinz Grasser im Vorfeld der am kommenden Mittwoch angesetzten Aufsichtsratssitzung der P.S.K verhindern, daß die im August auslaufenden Verträge der beiden Vorstände Max Kothbauer (SPÖ-nahe),49, und Karl Stoss (ÖVP-nahe), 43, vorzeitig um drei Jahre verlängert werden. FORMAT zitiert Grasser mit den Worten: "Es wird im P.S.K.-Vorstand künftig keine Proporzbestellungen mehr geben. Auch die Variante von Dreijahresverträgen kommt für mich nicht in Frage. Das wäre ja eine Zumutung gegenüber dem künftigen Eigentümer."

Wie das Magazin weiter berichtet, hat Grasser in dieser Frage eine überraschende Einigung mit P.S.K.-Aufsichtsratschef Helmut Frisch erzielt. Sowohl Kothbauer als auch Stoss fordern neue Dreijahresverträge, ungeachtet der Tatsache, daß die P.S.K. von der ÖIAG möglichst schnell zu 100 Prozent verkauft werden soll und drohen damit, das Geldinstitut andernfalls sofort zu verlassen.

Laut FORMAT liegt Karl Stoss dem Vernehmen nach ein aktuelles Angebot vor, zum Bankenconsulter Focus Management in St. Gallen zu wechseln. Kothbauer wiederum besitzt eine komfortable Pensionsregelung mit seinem Ex-Arbeitgeber CA: Danach könnte er nicht erst mit Erreichen des 60. Lebensjahres, sondern sofort in Pension gehen - mit einer Jahresbruttogage von rund 3,5 Millionen Schilling, zahlbar durch die CA.

Die ÖIAG-Vorstände Rudolf Streicher und Johannes Ditz, gleichzeitig auch Aufsichtsräte der P.S.K., befinden sich damit laut FORMAT in der Zwickmühle: Kommen sie den Forderungen der beiden Bank-Manager nach, handeln sie sich schwere Auseinandersetzungen mit Finanzminister Grasser ein. Tun sie es nicht, dann stehen sie ausgerechnet in der heikelsten Privatisierungsphase ohne Vorstand da.

Das Magazin zitiert P.S.K.-Betriebsratschef Volkmar Harwanegg mit den Worten: "Es wäre Wahnsinn, wenn die Bank gerade den beiden Millionen nachwirft, die beim Personal jeden Schilling einsparen. - Sie machen Druck bei den neuen Verträgen, bei denen sie gar nicht damit rechnen, sie erfüllen zu müssen."

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