FORMAT: SPÖ muß Teile ihrer über Treuhänder gehaltenen Unternehmensgruppe verkaufen

Schuldenberg von 250 Millionen, Ederer hat bereits 230 Millionen hinterlassen

Wien (OTS) - Die SPÖ muß wegen eines Schuldenberges von 250 Millionen Schilling Teile ihrer von einer Treuhänderin gehaltenen Unternehmensgruppe verkaufen. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Laut FORMAT besitzt die Bundespartei die Unternehmensgruppe Merkur Unternehmensbeteiligung, Vermögensverwaltung und FinanzierungsvermittlungsGmbH zu 100 Prozent, obwohl im Firmenbuch die Wiener Notarin Christel Scheibenpflug 93,69 Prozent der Anteile hält. Wie das Magazin weiter berichtet, besitzt die Merkur das Gartenhotel in Wien-Altmannsdorf, den Verlag der SPÖ GmbH, die Echo Werbeagentur sowie 75 Prozent an der Cafe Gloriette Betriebs GmbH:
Neben dem gleichnamigen Cafe in Wien-Schönbrunn sorgt die Sozialdemokratie dort seit Mai 1997 auch für das leibliche Wohl der Kunden des Gasthauses Tirolergarten.

Wie FORMAT berichtet, brachte es das verschwiegene Treuhandimperium zuletzt auf eine Bilanzsumme von 162 Millionen Schilling, zählt 96 Beschäftigte, wies einen Bilanzgewinn von 14,3 Millionen Schilling sowie Bankguthaben von rund 47 Millionen Schilling aus. FORMAT zitiert Notarin Scheibenpflug mit den Worten: "Ich bin noch unter Kreisky Treuhänderin geworden. Später wurde ich gefragt, ob es mir weh tut, es weiter zu machen."

Laut FORMAT hinterläßt der scheidende Bundesgeschäftsführer Andreas Rudas der Partei einen Schuldenberg von 250 Millionen Schilling. Dabei handelt es sich um Bankkredite der SPÖ bei der Bank Austria und der Bawag. Rudas hat die Partei allerdings bereits mit 230 Millionen Schilling Schulden übernommen. Allein der EU-Wahlkampf im Sommer des Vorjahres ließ das Minus von 200 auf 230 Millionen Schilling ansteigen.

Rudas hat der SPÖ laut FORMAT bereits kurz nach der verlorenen Nationalratswahl ein Konzept zur Sanierung der Parteifinanzen vorgelegt, das drastische Kürzungen der Ausgaben sowie einen Abverkauf von Parteivermögen vorsieht: so sollen Dutzende Bezirksparteisekretariate in ganz Österreich geschlossen und ein Partei-Heiligtum , nämlich das Art-Deco-Gebäude an der rechten Wienzeile, verkauft werden. Das über die Merkur gehaltene Gartenhotel Altmannsdorf zu verkaufen, lehnte Rudas ab: "Warum soll man ein gewinnbringendes Hotel verkaufen?"

Werner Obermayer, in der SPÖ-Zentrale für die Finanzen zuständig, bestätigt gegenüber FORMAT, daß sich die SPÖ von Teilen ihrer Unternehmen trennen muß. Auch die Wiener SPÖ verfügt laut FORMAT über eine Unternehmensgruppe, die einen Beitrag zur Sanierung der Bundesfinanzen leisten könnte: die A.W.H. Beteiligungen, zu 100 Prozent im Besitz des Verbandes der Wiener Arbeiterheime, hält demnach Anteile an zwei Wiener Kinos, den Werbeagenturen Echo und Progress sowie an einer Wohnbaugesellschaft und einem Zeitschriftenverlag. Ausgewiesener Gewinn laut Bilanz 1998: 4,5 Millionen Schilling.

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