FORMAT: Finnland kontert Bundespräsident Thomas Klestil Außenpolitischer Sprecher Lipponens: Klestil setzte uns bei Sanktionen unter Zeitdruck

Wien (OTS) - Bundespräsident Thomas Klestil hat laut finnischer Darstellung den politischen Boykott gegen Österreich beschleunigt. In der am Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins FORMAT meldet sich Jari Ruatta zu Wort, der persönliche EU-Berater des finnischen Ministerpräsidenten Paavo Lipponen. "Der österreichische Präsident hat um die sofortige Veröffentlichung des Sanktionsbeschlusses gebeten", sagt Ruatta im FORMAT-Interview. Damit hätten die vierzehn EU-Regierungschefs keine Zeit mehr gehabt, ihren Boykottbeschluß noch nachträglich zu diskutieren, wie das dem Wunsch der meisten EU-Länder entsprochen hätte.

"Der portugiesische Ratspräsident Antonio Guterres hat am Montag, dem 31. Jänner Klestil telefonisch informiert. Die vierzehn Staaten hatten ursprünglich vor, den Beschluß der Sanktionen nachträglich noch zu diskutieren. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung war noch nicht beschlossen. Uns blieb aber dann keine Zeit mehr", sagt der Sozialdemokrat Ruatta. Alle Staatsmänner, von Jacques Chirac bis zum schwedischen Premier Göran Persson seien damals der Meinung gewesen, Guterres solle den österreichischen Präsidenten konsultieren. Im Telefongespräch mit Guterres habe Klestil dann gebeten, den Beschluß sofort bekannt zu machen. Von der Wiener Präsidentschaftskanzlei wurde bisher stets dementiert, daß Klestil Einfluß auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung genommen habe. Kritik an der Vorgangsweise der 14 EU-Staaten übt in FORMAT auch der außenpolitische Sprecher der schwedischen Konservativen, Göran Lennmarker: "Die Improvisation der Regierungschefs hat einen großen Fehler: Eine Exit-Strategy fehlt. Man hat zweifellos gehofft, daß die Drohung alleine reichen würde", sagt Lennmarker.

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