"Neues Volksblatt" Kommentar: "Guter Rat" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 26. Februar 2000

Linz (OTS) - Außenministerin Ferrero-Waldner hat erst kürzlich ihren europäischen Kollegen geraten, nicht auf Haider zu hören. Der gute Rat hat nichts genützt. Jörg Haider tut unbeirrt alles, um sich als heimlicher Regierungschef im In- und Ausland anzupreisen. Der Kärntner Landeshauptmann erweist sich in dieser Frage bisher als unbelehrbar. Daher kann das Problem nur innerhalb der derzeitigen Regierungskoalition entschärft werden. Regierungschef Wolfgang Schüssel wird nicht um den Kraftakt herumkommen, Haider in die Kärntner Schranken zu verweisen. Sein wichtigstes Argument könnte sein: Beide Koalitionspartner müssen an einem Erfolg der Regierung höchstes Interesse haben. Jeder Zwischenruf aus dem Süden provoziert unnötige Störmanöver im In- und Ausland und belastet die Regierungsarbeit. Ein Erfolg hängt aber ebenso von der Frage ab, wie weit sich die FP-Regierungsmannschaft von ihrem Nährvater abnabeln kann. Hier stehen die Zeichen schlecht. Einem Karl-Heinz Grasser oder Michael Schmid wäre dies am ehesten zuzutrauen. Viel wird von der Vizekanzlerin abhängen. Susanne Riess-Passer wird sich zu entscheiden haben, ob ihr die Regierung wichtiger ist als die Partei und deren Obmann. Auch wenn sie dabei selbst politisch ihren Kopf riskiert.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782

Neues Volksblatt

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVL/OTS