"profil": Habsburg: "Beweis großer Feigheit"

Otto Habsburg verurteilt Sanktionen der 14 EU-Partner - Hauptkritik an Chirac und Michel - "Generalstabsplan von sozialistischer Seite" - Haider nicht totalitär

WIEN (OTS) - Otto Habsburg kritisiert in einem Interview in
der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins
"profil" die EU-Sanktionen gegen Österreich. Habsburg: "Die Regierung hat eine Mehrheit, sie hat die Unterstützung der Bevölkerung. Jedenfalls geht es das Ausland nichts an, sich in derartige österreichische Angelegenheiten zu mischen."

Überdies sei es "Beweis großer Feigheit, dass man sich auf ein kleines Land stürzt. Das schadet Europa unendlich, denn die Länder, die jetzt beitreten wollen, sind zutiefst schokiert über diese Sanktionen", sagte Habsburg, der Präsident der intzernationalen Paneuropa-Bewegung ist und bis 1999 im Europa-Parlament saß.

Habsburg in "profil": "Die Angriffe aus dem Ausland sind
durch einen Generalstabsplan von sozialistischer Seite
organisiert worden."

Bundespräsident Klestil habe die ÖVP-FPÖ-Koalition "zu lange hinausgezogen". "Das hat uns sehr geschadet". Die EU-
Sanktionen "wären sonst nicht so gut organisiert gewesen."
Seit die FPÖ nicht änger die Osterweiterung der EU ablehne,
habe er keinerlei Vorbehalte mehr gegenüber der schwarz-
blauen Regierung.

Der Sohn des letzten Kaisers der Donaumonarchie greift im "profil"-Interview weiters Frankreichs Staatspräsident Chirac scharf an. Dieser sollte zuerst wegen der Präsenz von
Kommunisten in der Regierung "vor seiner eigenen Türe
kehren". Otto Habsburg: "Gewisse Statements (von Chirac;
Anm.) sind nicht fürchterlich weit von denen des Herrn Haider entfernt, speziell zum Thema Ausländer un Asylanten."

Belgiens Außenminister Louis Michel bezeichnet er als
"wüstesten Anti-Österreicher". Dessen Forderung nach einem Urlaubsboykott erinnere ihn an Hitlers Tausend-Mark-Sperre,
"um Österreich in die Knie zu zwingen". Habsburg im "profil-Interview": "Der gute Herr Michel ist eine schlechte Schule gegangen".

Jörg Haider sei "sicher kein Totalitärer". Otto Habsburg: "Man muss ihn zu domestizieren versuchen. Es ist immer ein Fehler,
wenn man eine demokratisch legitimierte Partei aus der
Verantwortung entlässt."

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