"Kleine Zeitung" Kommentar: "Trockendock" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 26.2.2000

Graz (OTS) - Drei Wochen war Elisabeth Sickl auf Tauchstation.
Der erste Auftritt der neuen Sozial- und Generationenministerin in ihrem Ressort war daher mit einer gewissen Spannung verbunden.

Nun, sie kam an die Oberfläche. Zu behaupten, dass sie dort nun schwimmt, wäre eine unzulässige Übertreibung. Denn Sickl ging sofort ins Trockendock.

Für die Pensionsfragen hat sie eine Expertengruppe eingesetzt, den Frauenfragen nähert sie sich mit einer Plattform, die Krankenkassen haben gefälligst ihre Autonomie zu nützen, um ihre Probleme zu bewältigen. Vom angeblichen Reformschwung war da überhaupt nichts sichtbar.

Die politische Handlungsmaxime "Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis" ist aus der Praxis vergangener Jahre vertraut. Diese geballte Ladung von Scheinaktivität hatte Premierencharakter.

Politik besteht nicht in bloßer Moderation. Experten sind dazu da, machbare Wege zu einem vrogegebenen Ziel zu finden, nicht ein Regierungsprogramm zu schreiben.

Es ist wie bei einem Bergführer: Er hat den gangbaren Steig zum Gipfel zu weisen. Aber welcher bezwungen werden soll, das muss der Tourist schon selber wissen. ****

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