"Neue Zeit" Kommentar: Expertin a la FP (von Litsa Kalaitzis)

Ausgabe vom 26. 2. 2000

Graz (OTS) - Auf den Tag genau drei Wochen nach ihrer Angelobung
lud die neue Sozialministerin Elisabeth Sickl gestern zu ihrer Antrittspressekonferenz. Genauso groß wie die Aufgaben, die auf die FPÖ-Politikerin warten, war das Interesse der Medien. Interviews waren ja bis jetzt Mangelware. Frau Sickl entschuldigte sich gestern für diese "Abstinenz" mit dem Hinweis auf ihren großen Arbeitsaufwand. Was sie in diesen drei Wochen gelernt oder erledigt hat, das bleibt aber auch nach der Pressekonferenz schleierhaft: In einem halbstündigen Monolog erklärte sie zuerst den Erfog ihrer bisherigen politischen Arbeit damit, dass sie immer alle Mitarbeiter eingebunden habe (drei Sektionschefs und Staatssekretär Reinhart Waneck durften auch gestern bei der Beantwortung einiger Fragen aushelfen). Die anschließenden Ausführungen der Ministerin hätte auch jeder halbwegs begabte Leser der Wiener Boulevard-Presse zusammengebracht: Der "berüchtigte" Selbstbehalt sei noch nicht beschlossene Sache, die Krankenkassen sollten ihre Defizite selbst lösen. Details werden erst in den Expertengipfeln ausgearbeitet, was auch für die Pensionsreform gelte. Weiters müsse man die Familienarbeit neu bewerten und die Frauen, die auch ins Ressort der Sozialministerin gehören, liegen "mir alle sehr am Herz." Außerdem:
Eine Gesellschaft werde daran gemessen, wie sie mit den Schwächsten umgeht - eine Devise, die sich die neue Regierung zu Herzen genommen hat. Sonst wäre für Expertinnen wie Elisabeth Sickl kein Platz im Kabinett.

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