Tourismus: Meldungen über bisherige Boykottfolgen übertrieben

Kröll scharf gegen Panikmache aus politischen Gründen - "Große Solidarität unserer Gäste mit Österreich"

Wien(PWK) Scharf gegen jede Panikmache aus möglicherweise politischen Gründen wendet sich die heimische Tourismuswirtschaft. Die von HGPD-Gewerkschaftschef Rudolf Kaske für Wien genannte Zahl von "30.000 Stornos aus politischen Gründen" sei krass übertrieben. Nach den der Bundessektion Tourismus vorliegenden Informationen sind in der Bundeshauptstadt derzeit rund 10.000 Absagen realistisch, die vor allem die stark im Kongressgeschäft engagierten Wiener Großhotels betreffen. Bei einem durchschnittlich erzielbarer Zimmerpreis von 2.000 Schilling pro Übernachtung in den Fünf-Sterne-Betrieben ergibt dies einen tatsächlichen Verlust von rund 20 Millionen Schilling.

"Die mehrmals genannte Schadensssumme von 150 Millionen Schilling erscheint dramatisch übertrieben. Vielleicht steckt dahinter politisches Kalkül, vielleicht will man sich mit derartigen Horrormeldungen auch nur in der Öffentlichkeit wichtig machen", weist Bundessektionsobmann Komm.Rat Hansjörg Kröll alle Versuche zurück, aus der derzeit für das ganze Land schwierigen Situation auf billige Art politisches Kapital schlagen zu wollen. Die Lage sei einfach nicht danach, unnötig Öl ins Feuer zu gießen. Es sei sicher nicht Aufgabe eines Gewerkschaftsvertreters, die Situation mit irgendwelchen Zahlenspielen hochzuschaukeln. Dadurch würden nicht nur die Unternehmen, sondern letztlich auch die hochqualifizierten Mitarbeiter dieser Betriebe in ihren Interessen geschädigt.

Sicherlich nicht förderlich für den Städtetourismus seien auch die diversen Straßenaktionen. Die beunruhigenden Fernsehbilder von Massenaufmärschen und Demonstrationen weckten unter potenziellen Touristen, vor allem in Übersee, nach Ansicht Krölls unbegründete Sorgen über die Sicherheit in unserem Land. "Weitsicht ist gefragt. Dies gilt auch für verantwortungsbewusste Arbeitnehmervertreter". Die von den Gewerkschaften mitgetragenen Demonstrationen seien ohne Zweifel mit ein Grund dafür, dass es in Wien grössere Probleme gibt als in anderen Teilen des Landes.

Kröll verweist darauf, dass gerade mittlere und kleinere Hotels eine gute Auslastung meldeten. Auch zahlreiche Touristengruppen aus Frankreich oder Belgien verbringen derzeit, zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten, ihren Urlaub in Österreich. "Bemerkenswerterweise ist es doch so, dass die von manchen Politikern entfachte Hysterie vom überwiegenden Teil der Bevölkerung aus unseren Herkunftsländern schlicht und einfach abgelehnt wird. Es ist erfreulich, in welch hohem Ausmaß viele Gäste ihren Quartiergebern gegenüber ihre herzliche Solidarität bekunden. Gerade der Tourismus ist und bleibt einer der wichtigsten Wege zur Völkerverständigung und zum Abbau von Vorurteilen. Das gibt Hoffnung, dass bald auch die entscheidenden EU-Politiker der Stimmung in ihrer Bevölkerung Rechnung tragen", erklärt der Sprecher der österreichischen Tourismuswirtschaft. (hp)

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