OeNB - Zunehmende Integration der Kandidatenländer in die Finanzmärkte -Implikationen für Währungsstabilität und finanzielle Stabilität

Wien (OTS) - Die neue Nummer der OeNB-Publikation "Focus on Transition" enthält eine von Jarko Fidrmuc and Franz Schardax verfasste Studie über die finanzmarktpolitische Integration der Länder Mittel- und Osteuropas. In der Studie werden die Auswirkungen der Integration bestimmter Kandidatenländer,
nämlich Polens, der Tschechischen Republik, Ungarns und
Sloweniens in die internationalen Finanzmärkte auf die währungs-und finanzpolitische Stabilität dieser Länder analysiert.

- Insgesamt geht die zunehmende Verflechtung mit den internationalen Finanzmärkten mit einem Anwachsen der grenzüberschreitenden Finanzströme einher, woraus sich beachtliche wirtschaftliche Vorteile ergeben können: Unter anderem ermöglicht der Zugang zu ausländischem Kapital die Finanzierung zusätzlicher Investitionsprojekte, wodurch eine Erhöhung des Wirtschaftswachstums erreicht werden kann. Durch das Zusammenwachsen der Finanzmärkte profitieren die Reformländer sowohl direkt durch die zusätzlich aufgebrachten Ressourcen als auch indirekt, etwa durch Management- und technisches Wissen, das ihnen vor allem im Zusammenhang mit ausländischen Direktinvestitionen zu Gute kommt.

- Über all dem darf indes nicht vergessen werden, dass höhere Kapitalzuflüsse die Notenbanken vor neue Herausforderungen stellen. Der höhere Kapitalzustrom kann den Preisauftrieb verstärken und die finanzpolitische Stabilität eines Landes untergraben. Zumindest für Ungarn konnte die Studie zeigen,
dass es die Währungsbehörde trotz Interventionen nicht ganz verhindern konnte, dass sich der Kapitalzustrom zum Teil in
der Inflation niederschlug.

- Insgesamt deuten Niveau und Dynamik der dargestellten Finanzindikatoren aber darauf hin, dass das Risiko einer Finanzkrise für die Länder der Region derzeit relativ gering ist. Eine solche positive Einschätzung wird auch durch die relativ begrenzten Auswirkungen der Russlandkrise auf die
weiter entwickelten Länder Mittel- und Osteuropas bestärkt.

- Umgekehrt kann keine definitive Antwort auf die Frage gegeben werden, in wie weit die in dieser Studie verwendeten
Indikatoren die Zahlungsbilanzkrise Ungarns 1994/95 bzw. jene
der Tschechischen Republik im Jahr 1997 "voraussagen" hätten können.

- Außer Streit dürfte die Schlussfolgerung stehen, dass die wechselkursbereinigten Lohnstückkosten in beiden Fällen eine bedeutende Rolle spielten.

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