Fisch und Wild könnten bald öfter auf dem Speiseplan stehen

Internationales Expertensymposium am 2./3. März 2000 in Wien diskutiert die Vorzüge dieser Nahrungsmittel

Wien(PWK) Fisch und Wild könnten bald öfter auf dem Speiseplan von Herr und Frau Österreicher stehen, denn erstmals befasst sich ein internationales Fachsymposium mit den Vorzügen dieser Nahrungsmittel. Vom 2.-3. März diskutieren namhafte Experten auf der Veterinärmedizischen Universität Wien sämtliche Aspekte des Themas, vom Tier bis zum Lebensmittel.

"Die Tagung wird neben neuen Forschungsergebnissen teilweise auch zu neuen Bewertungen der Lebensmittel Fisch und Wild führen. So ist Wildfleisch derzeit zu Unrecht ein unterschätztes Produkt, das lediglich saisonal angeboten wird", erklären die veranstaltenden Organisationen Gesellschaft Österr. Chemiker (AG Lebensmittelchemie, Kosmetik und Tenside), Österr. Gesellschaft der Tierärzte (ÖGT) und Österr. Gesellschaft für Ernährung (ÖGE).

Namhafte Experten werden in ihren Vorträgen verschiedene Themen behandeln. So wird Dr. Jörg Oehlenschläger von der Hamburger Bundesuntersuchungsanstalt für Fischerei auch neue Analysemethoden wie die "elektronische Nase" und eine Spektroskopie im nahen Infrarot-Bereich vorstellen. Damit kann rascher und objektiv beurteilt werden, ob der Fisch auch wirklich frisch ist.

Den Einfluss der Umweltschadstoffe auf den "Bioindikator" Fisch analysiert Univ.Prof. Dr. Britta Grillitsch von der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Aktuelle Forschungsergebnisse, ob Fische durch gefährliche Bakterien belastet sind oder Fischeiweiß Allergien auslöst, präsentieren der Innsbrucker Univ.Doz. Dr. Franz Allerberger und Hon.Prof. Dr. Peter Czedik-Eysenberg. "Eines kann man jedoch bereits vorab sagen: in jedem Fall überwiegen die ernährungsphysiologisch positiven Eigenschaften von Fisch. Ich empfehle, mindestens 1x pro Woche Fisch auf den Speiseplan zu setzen, wenn nicht gar öfter", regt Univ.Prof. Dr. I. Elmadfa von der Universität Wien an.

Laut Dr. Peter Freudenreich von der Bundesanstalt für Fleischforschung, Kulmbach, könnte Wildfleisch ernährungsphysiologisch in Zukunft eine beachtenswerte Position einnehmen. Der äußerst geringe Fettgehalt mache dieses Fleisch zu einem geeigneten Diätprodukt. Den enormen Wildreichtum Österreichs zeigt ein Vergleich zu Deutschland. Während in Österreich im Jahr 1998 36.000 Stück Rotwild erlegt wurden, waren es im 10 mal größeren Deutschland lediglich 48.000 Stück (Mag. Karl Kraupa); ein Beweis für die gute Bewirtschaftung der österreichischen Reviere (Dr. Peter Lebersorger).

Die traditionelle Gleichung in der Gastronomie "Herbst = Wildsaison" führt dazu, dass rund 75 % des österreichischen Wildbrets exportiert werden muss. Dabei würde der hohe Standard bei der Wildbretaufarbeitung eine saisonunabhängige Versorgung der Gastronomie garantieren. Kritisch betrachtet Dr. Armin Deutz von der Grazer Fachabteilung für Veterinärwesen Rezepte der "Nouvelle couisine", die nicht ausreichend durchgegarte Gerichte aus Wildbret, sondern rosa Brateninneres vorsehen. Verarbeitete Wildfleischprodukte, wie z.B. Hirschrohschinken, sind zu Unrecht noch Nischenprodukte, haben jedoch ein großes Marktpotential. (MH)

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