KfV begrüßt Führerschein ab 17

FRÜH ÜBT SICH, WER EIN SICHERER FAHRER WERDEN WILL Vorgezogene Lenkberechtigung seit einem Jahr in Österreich möglich - Erste Generation der 17jährigen Führerscheinbesitzer bereits unterwegs

Wien (OTS) - Seit 1. März 1999 besteht in Österreich die Möglichkeit, den B-Führerschein bereits im Alter von 17 Jahren zu erwerben. Die entsprechende Ausbildung kann schon ein Jahr zuvor, mit Vollendung des 16. Lebensjahres, begonnen werden. Die ersten Erfahrungen mit dem rosa Schein ab 17 geben dieser neuen Ausbildungs-Regelung recht.

KfV-Hauptgeschäftsführer Dr. Othmar Thann: "Die Möglichkeit der Vorgezogenen Lenkberechtigung war eine Initiative des Kuratorium für Verkehrssicherheit. Denn eine intensivere Ausbildung ist weit wertvoller als ein Schnellsiedekurs. Darüber hinaus ist die Sicherheit des Fahrers auf vier Rädern weitaus größer: Bezogen auf die Fahrleistung ist der Pkw 9mal sicherer als das Moped. Der B-Führerschein mit 17 kann daher viele junge Fahrer vom hohen Risiko des Mopedfahrens abhalten und ihnen auf diese Weise das Leben retten."

Über die Voraussetzungen für den Führerschein mit 17 informiert Mag. Armin Kaltenegger, Leiter der KfV-Rechtsabteilung: "Damit die Ausbildung begonnen werden kann, müssen - neben einem Antrag an die Wohnsitzbehörde - folgende Voraussetzungen vorliegen:

- Der Bewerber muß verkehrszuverlässig sein.

- Er muß die erforderliche geistige und körperliche Reife sowie gesundheitliche Eignung besitzen.

- Zusätzlich muß der Bewerber eine oder zwei verkehrszuverlässige Personen nennen, die gemeinsam mit ihm die Ausbildungsfahrten durchführen werden."

Nach einer theoretischen und praktischen Ausbildung in der Fahrschule hat der Bewerber mit einem von ihm gewählten Begleiter und eigenem Kfz Ausbildungsfahrten im Ausmaß von 3000 km zu absolvieren. Dabei gilt: Tempolimit 80 km/h auf Freilandstraßen und 100 km/h auf Autobahnen sowie ein 0,1-Promille-Limit für Fahrer und Begleiter. Das Fahrzeug muß vorne und hinten mit der Tafel "L17 Ausbildungsfahrt" gekennzeichnet werden. Als Begleitpersonen fungieren erfahrungsgemäß fast ausschließlich die Eltern - dabei wird auch deren Wissen wieder aufgefrischt. Viele routinierte, angepaßte Fahrer der mittleren Generation dienen somit als direkte Vorbilder für die Jugend am Steuer. Ein Lob des KfV geht daher direkt an die Eltern, die auch in puncto "L17" wertvolle Arbeit leisten.

Nach jeweils 1000 km muß der Bewerber an einer theoretischen und praktischen Schulung in der Fahrschule teilnehmen. Nach Abschluß der Ausbildungsfahrten wird eine ebenfalls theoretische und praktische Perfektionsschulung absolviert, bevor der Kandidat zur Prüfung zugelassen wird. Das KfV bildet speziell für diesen Zweck bundesweit Fahr- und Fahrschullehrer aus.

Nach bestandener Führerschein-Prüfung gilt die Fahrerlaubnis bis zum vollendeten 18. Lebensjahr vorerst nur für Fahrten in Österreich, ebenso aufrecht bleiben bis dahin die 80/100-Tempo-Beschränkung und die "L17"-Kennzeichnungspflicht, das 0,1-Promille-Limit gilt bis zum 20. Lebensjahr. Die erfolgreiche Absolvierung der Vorgezogenen Lenk-berechtigung, die übrigens außerhalb Österreichs nur in Staaten gilt, die diese ausdrücklich anerkannt haben (derzeit Großbritannien und Dänemark), wird auf den Seiten 3 und 6 des Führerscheins eingetragen.

"Die umfassende Ausbildung wirkt sich äußerst positiv auf das Fahrkönnen der Bewerber aus", informiert Dr. Bernhard Wesiak vom Verkehrsamt in Wien, "das Blickverhalten und die Fahrzeugbeherrschung sind sehr gut, die Schaltvorgänge harmonisch." Überhaupt sind Bewerber für die Vorgezogene Lenkberechtigung bei der Prüfung erfolgreicher als Bewerber für den gewöhnlichen B-Führerschein. Hervorragend sind nach Ansicht der KfV-Experten auch die Auswirkungen auf die Verkehrssinnbildung der jungen Bewerber. Dies zeigt sich unter anderem dadurch, daß diese oft in der Ausbildung Gelerntes und Erfahrenes an andere Jugendliche weitergeben.

Das Interesse an dieser Art der Ausbildung am Beispiel Wien: 1999 erwarben 179 Personen einen B-Führerschein mit 17. Vor allem in der Ferienzeit verzeichnen die österreichischen Fahrschulen ein verstärktes Interesse, wobei der Anteil der Mädchen und Burschen ausgeglichen ist.

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