"Neues Volksblatt" Kommentar: "Kampfredner" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 25. Februar 2000

Linz (OTS) - Der Kampf um den ORF ist unter österreichs Politikern voll entbrannt. Den jüngsten Beweis liefert SPÖ-Zukunftshoffnung Alfred Gusenbauer. Kaum entschwirrte Andreas Rudas in das Imperium des Frank Stronach, war er politisch zu leicht. Gusenbauer weiß nämlich, was das ORF-Aufsichtsgremium dringend braucht: Er schickt einen - Originalton Gusenbauer - "Kampfredner" ins ORF-Rennen. Die Begründung leuchtet ein: Immerhin sitzt für die FPÖ Generalsekretär und Klubobmann Peter Westenthaler im Kuratorium. Vielmehr: Er sitzt nicht nur, er marschiert auch im Stechschritt über die Schauplätze des ORF, um dort endlich für Objektivität und unabhängige Berichterstattung nach seinem Geschmack zu sorgen. Da muss Gusenbauer schon mit einem Kampfredner vom Kaliber eines Josef Cap auffahren, um nicht den Boden zu verlieren, den ihm sein Vorgänger so schön aufbereitet hat. Auf der Strecke bleiben die Kollegen von der ORF-Information, die sich immer mehr mit Interventionen statt mit Innovationen beschäftigen müssen. In dieser Arena für Kampfredner ist kein Ende in Sicht. Die Kampfhähne verkünden treuherzig-trotzig, sie würden ihre Politiker erst aus dem Kuratorium zurückziehen, wenn es auch der andere tut. Es lebe der unabhängige ORF!

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