Neue "Kärntner Tageszeitung" Kärntner SPÖ

Ausgabe vom 25.2.2000

Er habe keine Berührungsängste mit der FPÖ und wolle in Sachfragen mit allen Parteien kooperieren, ohne allerdings Bündnisse einzugehen, umriss Peter Ambrozy die künftige Strategie der Kärntner SPÖ. Der gute Wille ehrt ihn, denn es wäre unsinnig, mit einer Partei nicht zusammenarbeiten zu wollen, die den Landeshauptmann stellt und die Hauptverantwortung im Lande trägt.
Fragt sich nur, ob eine gedeihliche Arbeit überhaupt möglich ist. Denn der Bärentaler überrascht die Öffentlichkeit täglich mit unkalkulierbaren, einsamen Entscheidungen. Etwa, wenn er die Landesfrauenbeauftragte absetzt, nur, weil sie sich seiner Kritik aussetzt. Ähnliches passierte einem hochqualifizierten Schulmann. Irgendwie erinnert Jörg Haider an einen launischen Monarchen, der mit einem Handzeichen über Schicksale entscheidet. Auch seine vielpropagierte Kampfansage an den Proporz stellte sich als seltsames Objektivierungsmodell heraus. Rot-Schwarz raus, Blau rein!
Aber vielleicht tun wir dem FPÖ-Chef Unrecht. Immerhin hat er sein Herz für die Kärntner Gastronomie und die Schnapsläden entdeckt. Denn wenn die Gemeinden zwei Milliarden Schilling Getränkesteuer zurückzahlen müssen, sind zwar die Kommunen pleite, dafür aber kein einziger Bier- oder Weintrinker reicher. Denn Haider kann doch nicht so naiv sein, anzunehmen, dass die Wirte ihren Gästen und die Supermärkte ihren Kunden die Getränkesteuer refundieren. Wenn´s so wäre und der Gratissekt fließt, hätte er eigentlich - ironisch gemeint - erreicht, was er wollte: Kärnten wäre im wahrsten Sinne des Wortes blau.

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