DER STANDARD bringt in seiner Donnerstag-Ausgabe einen Kommentar über die Privatisierungsvorhaben der ÖIAG Floriani-Privatisierung - Eric Frey

Wien (OTS) - Mit viel Applaus hat die Mehrheit der
österreichischen Spitzenmanager das schwarz-blaue Wirtschaftsprogramm begrüßt. Besonders die Aussicht auf Privatisierungen stößt in Unternehmenskreisen auf Zustimmung.

Doch kaum hat der junge Finanzminister angedeutet, dass er diese Ankündigung ernst meint, beginnen die betroffenen Generaldirektoren, kreative Argumente dafür zu erfinden, wieso gerade ihr Unternehmen nicht verkauft werden sollte.

Telekom-Austria-Chef Werner Kasztler warnt davor, dass sich Österreich durch eine Vollprivatisierung aus der doch so zukunftsträchtigen Telekommunikationsbranche verabschieden würde. Dass andere Länder in diesem Bereich Lichtjahre weiter sind als Österreich, gerade weil sich dort der Staat frühzeitig zurückgezogen hat, hat Kasztler noch nicht bemerkt.

Das Führungsduo bei der Austria Tabak hat einen komplexeren Einwand. Sollte sich nämlich ein strategischer Investor mit mehr als 15 Prozent an der AT beteiligen, würden die milliardenschweren Lizenzverträge flöten gehen. Doch welches Unternehmen würde schon eine teure Beteiligung eingehen, wenn durch diesen Schritt der Wert der Investition vernichtet wird? In Wirklichkeit wird die AT durch diese Verträge vor feindlichen Übernahmen mehr oder weniger geschützt - ein Argument gegen eine Vollprivatisierung ist daraus nicht abzuleiten.

Selbst Böhler-Chef und Privatisierungsfan Claus Raidl wird es beim Gedanken mulmig, dass nicht er andere Unternehmen aufkauft, sondern selbst übernommen wird.

Dass Österreichs Wirtschaftskapitäne die anlaufende Restrukturierungs- und Fusionswelle in Europa fürchten, ist keine Überraschung. Doch der Schutz ihrer Interessen ist nicht unbedingt ein Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes.

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