Suchtfreie Gesellschaft oder Recht auf Rausch?

Experten diskutierten über Sucht

St.Pölten (NLK) - "Im Straßenverkehr kommt auf 2,5 Alko-Lenker
ein Drogenlenker. Rund 20.000 Österreicher sind abhängig von illegalen Drogen, ungefähr 400.000 Menschen in Österreich sind alkohol- und/oder medikamentenkrank.", berichtete heute der Chefarzt der Polizeidirektion Wien, Hofrat Dr. Reinhard Fous im Rahmen der Enquete "Freiheit von Sucht oder Freiheit zur Sucht" im St.Pöltner Landhaus, die vom Freiheitlichen Landtagsklub organisiert wurde. Experten diskutierten dabei das Spannungsfeld zwischen einer suchtfreien Gesellschaft und dem "Recht auf einen Rausch."

1999 seien im Raum Wien 254 Drogenlenker aufgegriffen worden, 1996 seien es 100 gewesen, erläuterte Fous. Das heiße aber nicht, daß die Zahl der Drogenkonsumenten gestiegen sei, es seien einfach nur die Beamten viel besser geschult. Jede Form der Sucht müsse man als Krankheit erkennen und den Süchtigen bestmöglich therapieren. Der NÖ Drogenkoordinator Dr. Gerald Bachinger wies darauf hin, daß Niederösterreich äußerst aktiv in der Suchtprävention sei. Das Suchtkonzept sei demnächst fertig und beinhalte wirksame Maßnahmen zur Vorbeugung. Bachinger: "Auch die Zahl der Drogentoten in Niederösterreich stagniert bzw. ist rückläufig. Im Vorjahr gab es nach ersten Untersuchungen 13 Drogentote."

Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop meinte, man müsse vor allem die Persönlichkeit der Jugendlichen stärken, sodaß die Suchtgefahr minimiert werde. Niederösterreichs Schwerpunkt sei die Prävention, die äußerst erfolgreich betrieben werde. "Wir setzten auf Hilfe, und nicht auf Bestrafung. Niederösterreich hat die meisten Langzeittherapieplätze."

Landeshauptmannstellvertreter Dr. Hannes Bauer will ebenfalls mit einer gezielten Vorbeugung Jugendliche davon abhalten, Drogen zu konsumieren. Niederösterreich biete ein umfassendes Angebot an Beratungen und Therapien. Eine Bestrafung verbaue zudem oft den Zugang zur Beratung.

Landtagsabgeordnete Barbara Rosenkranz möchte Jugendlichen, die erstmals Drogen konsumiert haben, ebenfalls nicht die Zukunft verbauen: "Unser erklärtes Ziel ist es, die Gesellschaft davon zu überzeugen, daß man auch ohne Sucht auskommen kann."

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