Josefstadt: Finanzlage wird unbewältigbar - Zur Schuldentilgung kommt Kürzung des Bundes-Etats um 15 Prozent in der laufenden Spielzeit

- Lohner kündigt Rückzug an - Probleme auch am Volkstheater VORAUSMELDUNG NEWS 8/00 vom 24.2.00

Wien (OTS) - Die finanzielle Situation des Theaters in der Josefstadt wird unbewältigbar. Das berichtet das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner morgen erscheinenden Ausgabe. Zur Schuldenlast von 64,8 Millionen Schilling kommt nun eine generelle Etat-Kürzung des Bundes, die Ende der Vorwoche auf 15 Prozent festgelegt wurde und sämtliche Privattheater und freien Gruppen trifft.

Diese Kürzung der Ermessensausgaben hat - so Direktor Helmuth Lohner im NEWS-Interview - zur Folge, dass die "Josefstadt" schon in der laufenden Spielzeit 12,6 Millionen Schilling verliert.

Laut Lohner ist diese Situation nicht zu bewältigen: Verträge seien geschlossen, die Einsparung von Produktionen komme ohne Zusammenbruch des Abonnement-Systems nicht in Frage, Personalabbau sei auszuschließen, da man jede Kraft benötige.

Lohner zu NEWS: "Wir sind total ratlos. Unter diesen Umständen lasse ich meinen Vertrag im Jahr 2002 auslaufen. Ich bin kein Hochstapler, der Dinge verspricht, die er nicht halten kann. Für Billigstproduktionen bin ich nicht angetreten, und ein Qualitätsspielplan ist so nicht aufrecht zu erhalten."

Als Sofortmaßnahme wird der "Rabenhof" geschlossen und an die Stadt Wien zurückgegeben. Diese Maßnahme reicht allerdings, so Stadtrat Marboe, nicht einmal, um die Schulden von 64,8 Millionen abzubauen.

Marboe deutet nun eine Fristerstreckung für den Schuldenabbau über die geforderten fünf Jahre hinaus an, was allerdings auf die Probleme durch die Etatkürzung des Bundes keinen Einfluss hat.

Emmy Werner (Volkstheater) ist von der Etat-Kürzung des Bundes mit elf Millionen betroffen. Sie bilanziert seit Jahresbeginn mit 92 Prozent Auslastung und wollte das so Erwirtschaftete in alternative Produktionen investieren. Werner zu NEWS: "Jetzt ist alles, was wir uns erspart haben, bis Jahresende weg. Nächste Saison müssen wir extrem auf die Quote gehen. Produktionen wie Jelineks "er nicht als er" sind dann nicht mehr möglich. Ausserdem müssen wir sämtliche Nebenschauplätze einschränken."

Kunst-Staatssekretär Franz Morak kündigt in NEWS an, um das Budget beim Finanzminister "wie ein Löwe" zu kämpfen, vor allem, was die laufende Saison betrifft: "Wir würden die Theater in eine unbewältigbare Situation treiben."

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