Regierung riskiert Gesundheit der Österreicher

Driemer: Nicht Kranke bestrafen sondern Gesundheit fördern

Wien (GBH/ÖGB). ""Absolute Rat- und Hilflosigkeit in der Gesundheitspolitik"", wirft der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident, Johann Driemer, der FPÖVP-Regierung vor, die statt Maßnahmen zur Gesundheitsförderung zu setzen, lieber finanzielle Mehrbelastungen und Sozialschikanen für ArbeitnehmerInnen jenseits der Zumutbarkeitsgrenze vorbereitet. ++++

Driemer weiter: ""Es ist doch die Absurdität zum Quadrat, was diese schwarz-blaue Regierung hier tagtäglich betreibt. So will die neue Regierung die Wirtschaft um jeden - auch unmenschlichen - Preis fördern. Dafür werden Finanzmittel gestrichen, die für die soziale und gesundheitliche Sicherheit unserer Bevölkerung bereitgestellt waren. Ein bis zu 20%iger Selbstbehalt für ärztliche Behandlung, der Zwang zum Teilkrankenstand werden eingeführt und der Arbeitnehmerschutz wird einfach kalt gestellt. Gerade Bauarbeiter sind von derartigen Maßnahmen in besonders hohem Maße betroffen, weil sie höchsten Unfallrisiken und Gesundheitsgefährdungen ausgesetzt sind.""

"Diese neue Regierung diskutiert ständig über Krankenkosten. Wie wäre es, wenn Maßnahmen gesetzt werden, um die Gesundheit der Menschen zu verbessern. Mehr Gesundheit würde einem verantwortungsbewussten Sozialverständnis entsprechen und dennoch die Wirtschaft entlasten. Allein in der Bauwirtschaft kosten die Arbeitsausfälle durch Krankenstände den Unternehmen jährlich rund 6 Milliarden Schilling"", gibt Gewerkschaft Bau-Holz Vorsitzender Driemer zu bedenken.

Die Studie ""Muss Arbeit die Gesundheit kosten?"" über die Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz Bau und deren volkswirtschaftliche Folgekosten belegt, dass allein im Jahr 1998 jeder 10. Bauarbeiter von einem Arbeitsunfall betroffen war. ""Und da will die neue Regierung der AUVA Mittel für die Unfallverhütung in Milliardenhöhe entziehen? Die volkswirtschaftlichen Folgekosten von Bauunfällen und krankheitsbedingten Produktionsausfällen machen in Österreich jährlich bis zu 18 Milliarden Schilling aus"", führt Bau-Holz-Bundesvorsitzender Driemer weiter aus.

""Bauarbeiter müssen den ganzen Tag unter extremen Zeitdruck fast unmenschliche Leistung bringen und schwerste Gewichte bewegen. Mit durchschnittlich 57 Jahren sind diese Menschen dazu gezwungen, wegen Gesundheitsschäden aus dem Arbeitsprozess auszuscheiden. Nicht Selbstbehalt in der Krankenversicherung und Abschläge in der Pension, sondern eine auf wirksame Gesundheitsvorsorge abgestellte Politik ist hier also von den Regierungsverantwortlichen gefragt"", fordert Bau-Holz-Bundesvorsitzender Driemer.

ÖGB, 23. Februar 2000 Nr. 100

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Otto Morawek
Tel.: 01/401 47/246 Dw.

Gewerkschaft Bau-Holz

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB