Internationale Fachtagung "Sicheres Wien"

Berufliche und freiwillige Helfer ziehen an einem Strang - K-Kreis als Keimzelle des Selbstschutzgedankens

Wien, (OTS) Am Dienstag fand im Wiener Rathaus unter Beteiligung von 19 Wiener Hilfs- und Einsatzorganisationen, die im so genannten K-Kreis zusammengefasst sind, eine internationale Fachtagung zum Thema "Sicheres Wien" statt. Der Präsident der Helfer Wiens bzw. des K-Kreises, Umwelt- und Verkehrsstadtrat
Fritz Svihalek, dazu in seiner Eröffnungsrede: "Diese
Veranstaltung ist ein Forum, das dem Dialog dienen soll. Eine Organisation wie der K-Kreis trägt dazu bei, die vielen Hilfsorganisationen zu vereinen, wichtig ist dabei der Meinungsaustausch. Eine Krise kann schnell entstehen, deshalb führen wir die Diskussionen nicht nur in der Theorie. Die Helfer Wiens stehen für Dialog und Zusammenarbeit gleichermaßen zur Verfügung."

Der K-Kreis (Katastrophenschutz-Kreis) ist ein
Zusammenschluss von 19 beruflichen und freiwilligen Hilfs- und Einsatzorganisationen in Wien. Der Bogen spannt sich von der
Wiener Magistratsdirektion, Hilfs- und Sofortmaßnahmen (MD-H) über die Feierwehr (MA 68), die Rettung (MA 70), Rotes Kreuz, Malteser, Johanniter bis zum Österreichischen Versuchssenderverband. In Wien ziehen die Helfer und Helferinnen dieser Organisationen nicht nur
im Ernstfall an einem Strang. Drehscheibe und gemeinsame Anlaufstelle sind dabei die Stadt Wien (MD-H) und der Verband der Helfer Wiens. Die Helfer Wiens informieren die Wiener Bevölkerung über Selbstschutz-, Katastrophen- und Zivilschutzvorsorge und wollen durch Motivation den Gedanken der Nachbarschaftshilfe und aktives Mittun fördern. Referate anerkannter Fachleute aus dem In-und Ausland untermauerten auf der Tagung die Bedeutung und Notwendigkeit koordinierter Maßnahmen im Ernstfall, aber auch
einer entsprechenden Prävention.

Wiens Branddirektor DI Dr. Friedrich Perner verwies darauf, dass die Berufsfeuerwehr "bis zum großen Einsatzfall mit eigenem Personal das Auslangen findet". Rund 500 Mann seien sofort einsatzbereit, dazu kämen zusätzlich die dienstfreien Mannschaften (Gesamtstand der Wiener Berufsfeuerwehr rund 1.500 Mann). Weiters könnten in Wien weitere 1.500 Mann von den etwa 50 Betriebsfeuerwehren mobilisiert werden, beispielsweise vom AKH (untersteht der Dienstaufsicht der Wiener Feuerwehr), den EBS, der OMV etc. Geänderten Gegebenheiten, etwa im Verkehrsgeschehen, müsse auch die Feuerwehr Rechnung trage, so komme zur bereits in Favoriten stationierten Motorradstaffel, die vor allem für Einsätze bei Verkehrsunfällen bereitsteht, heuer im Mai eine zweite, die in Floridsdorf stationiert sein werde, dazu. Perner unterstrich die Bedeutung des K-Kreises, in dem er "die Keimzelle des Selbstschutzgedankens" sieht.

Einen interessanten Einblick in das Schutz- und Sicherheitsdenken jenseits des Atlantiks gewährten die Ausführungen von Captain Prof. James F. Albrecht, einem leitenden Beamten des New York Police Departements, der auch als Professor für Polizei-Wissenschaften Vorlesungen hält. Mit dem damals neuen New Yorker Bürgermeister Giuliani kam 1994 eine härtere Linie in der Verbrechensbekämpfung, um die Lebensqualität in der 8-Millionen-Stadt zu verbessern. Dazu zählt eine "Null Toleranz"-Polizeiarbeit, auf der Theorie basierend, dass sich Personen, die geringere Vergehen zu verantworten haben, sich oftmals später gewalttätigerer Verbrechen schuldig machen. Indem also Personen schon nach leichteren Vergehen "als Ziele erfasst" und angehalten werden, könne die Polizei spätere schwerere Delikte verhindern. Dies sei sehr effektiv gewesen und habe zu einer Senkung der Kriminalitätsrate für New York um 45 Prozent geführt. Dem hielt der Generalinspektor der Wiener Sicherheitswache, General Franz Schnabl, entgegen, dass die sanftere Vorgangsweise der Wiener Polizei, wo nicht jeder Kleintäter "abgestempelt" werde, zu beachtlichen Erfolgen geführt habe: Wien gelte als eine der sichersten Großstadt der westlichen Hemisphäre.

Der Chefarzt der Wiener Rettung, Dr. Alfred Kaff, führte aus, dass "der Einsatzradius der Rettung von durchschnittlich zwölf Minuten durchaus dem internationalen Standard entspricht", bei
einem weiteren Zuzug in den 22. Bezirk sollte eine zusätzliche Rettungsstation überlegt werden. Nicht zuletzt, weil ja nicht - im Gegensatz zu München, wie der Oberbranddirektor der bayrischen Landeshauptstadt, DI Günther Hölzl, in seinem Referat ausgeführt hatte - die Feuerwehr auch die Einsatzfahrzeuge der Rettung
stellt. In Wien seien übrigens, so Kaff, an die 1.000 Landeplätze für Rettungshubschraubereinsätze markiert, die Wiener Rettung bringe - gemeinsam mit dem Innenministerium - den Hubschrauber "Martin 3" zum Einsatz. Auch ein spezielles Anliegen brachte der Chefarzt zur Sprache: "Wenn betriebswirtschaftliche Elemente einfließen, um alles billiger zu machen, soll man etablierte Organisationen nicht zu Gunsten Privater schwächen".

OAR Werner Hiller (in Vertretung von OSR Dr. Georg Breiner)
von der Magistratsdirektion, Hilfs- und Sofortmaßnahmen, befasste sich mit dem komplexen Thema der Katastrophenschutz-Aufgaben und Möglichkeiten der Bezirke. Auf Grund der Bestimmungen des Wiener Katastrophenhilfegesetzes sowie des Verwaltungsaufbaues der Stadt Wien werde der Katastropheneinsatz zentral gelenkt. Auf dem Wege eines "Bezirkskatastrophenschutzplanes neu" ist geplant, den Bezirken - das Weisungsrecht an die Einsatzorganisationen fällt nicht in den Bereich der so genannten "Dezentralisierung" -
Aufgaben im Katastropheneinsatz zu geben, die einerseits den Bedürfnissen der Bezirksbevölkerung entsprechen und andererseits den Intentionen der Bezirksvertretungen entgegenkommen könnten.
Als einer der wichtigsten Punkte im neuen Konzept sei
festzuhalten, wie die Kommunikations- und
Alarmierungsmöglichkeiten des Bezirksvorstehers und der von ihm bestellten Bezirkskatastrophenschutzkommission aussähen; auch sei eine vernünftige Aufgabenzuteilung an den Bezirk zu definieren.
Man könne den Bezirk im Katastrophenfall als Anlaufstelle des Bürgers fungieren lassen, auch als Focuspunkt für Betreuung, Information, sodass sich der Einzelne in einer schwierigen
Situation nicht allein gelassen fühle. Oder, um es auf den Punkt
zu bringen, so Hiller: Wer - Was - Wie - Wo - Womit? (Schluss)
pz/bs

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Peter Ziwny
Tel.: 4000/81 859
e-mail: ziw@m53.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK