Textilindustrie: Neue Wege zu einem besseren Image

Jugendliche sollen für die Branche begeistert werden

Wien(PWK) "Wir können nicht immer nur jammern, dass wir zu wenig gute Mitarbeiter bekommen, weil das Image der österreichischen Textilindustrie nicht jenen positiven Stellenwert hat, der ihr zukommen würde. Wir müssen aktiv neue Wege beschreiten", erklärte Peter Pfneisl, Obmann des Fachverbandes der Textilindustrie Österreichs, im Rahmen einer Pressekonferenz.

Die Textilindustrie beschäftigt rund 21.500 Mitarbeiter, davon 418 Lehrlinge. Die jährliche Suche nach neuen Mitarbeitern und Lehrlingen erfolgt nicht immer zufriedenstellend. "Durch den Generationenwechsel werden wir in den nächsten Jahren einen dramatischen Abgang an Führungskräften haben, den wir raschest nachbesetzen müssen. Daher ist es dringend geboten Jugendliche mit den verschiedenen Berufsbildern in der Textilindustrie für diese interessante, internationale Branche zu begeistern, um sie rechtzeitig ausbilden zu können", so Pfneisl weiter.

Der vor einiger Zeit von der Textilindustrie ins Leben gerufene Fonds, der SchülerInnen der Textiltechnikschulen Jahresstipendien bis zu einer Höhe von ATS 10.000.- zur Verfügung stellt, ist sehr gut angenommen worden. So konnten die Textilschulen Dornbirn, Wien und Haslach eine Zunahme der Schüler registrieren. Die Schülerzahl stieg vom Schuljahr 97/98 auf 99/2000 von 322 auf 381 an. Diese Tendenz soll nun durch die große Jugendoffensive mit dem Magazin TexWorld Austria noch verstärkt werden, hofft Pfneisl.

"Warum soll ein Jugendlicher, der für Autos schwärmt nur den Wunsch haben Automechaniker zu werden? In einem Textilindustriebetrieb, der Stoffe für die edelsten Automarken entwickelt und produziert, könnte er diesen Traum auch verwirklichen. Auf diese Idee müssen allerdings wir ihn bringen", erläuterte Karin Keglevich, Eigentümerin der Agentur Special Public Affairs, die das Magazin TexWorld Austria mit dem Fachverband der Textilindustrie Österreichs entwickelt hat. "Auch jeder andere Bereich der Textilindustrie, wie Heimtextilien, Stoffdesign und Herstellung oder technische Textilien oder Stickereien sind interessante Bereiche, wo auch Jugendliche ihre Träume realisieren könnten. TexWorld informiert über Ausbildungsmöglichkeiten, Ansprechpartner und weist die Textilindustriebetriebe geordnet nach Bundesländern auf", so Keglevich weiter.

Damit TexWorld Austria auch wirklich seine Zielgruppe erreicht, wurde eine Kooperation mit dem Unterrichtsministerium abgeschlossen. Alle AHS, Hauptschulen und Polytechnischen Lehrgänge haben für die 3. und 4. Klassen, dieses Magazin in ausreichender Menge (rd. 150.000 Stück) erhalten. Es dient auch als Unterlage für die Berufsberatung. "Die äußerst positiven Rückmeldungen aus den Schulen zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Denn auch Professoren sind froh, wenn sie zielgruppenadäquate Materialien erhalten", ergänzte Keglevich.

Einer der attraktiven Bereiche der Textilindustrie stellt der automotive Sektor der österreichischen Textilindustrie dar. 3.280 Beschäftigte erwirtschaften in diesem Sektor einen Umsatz von rd. 6 Mrd., das entspricht bereits 9% des Weltmarktanteiles (Direktzulieferungen exkl. Dienstleistungen). Mit Eybl International besitzt Österreich einen Globalplayer im automotiven Bereich. Die Unternehmensgruppe mit derzeit 18 Standorten auf drei Kontinenten ist nicht nur der größte Textilproduzent in Österreich, sondern auch die weltweite Nummer 1 im Bereich Rundstricktechnologie für die Automobilindustrie.

Laut Vorstandsvorsitzendem Rudolf P. Pauli ist die Erfolgsstory von Eybl International noch lange nicht zu Ende: "Uns gelingt es sukzessive bei allen großen Automarken der Welt immer stärker ins Geschäft zu kommen bzw. zum Hauptlieferanten zu werden. Außerdem haben wir rechtzeitig dafür gesorgt, dass wir auf neuen Wachstumsmärkten von Anfang an dabei sind und neue zukunftsträchtige Produktbereiche, wie den Airbag-Bereich, erschlossen. Nach Expertenberechnungen wird der weltweite Automobilbestand in den kommenden acht Jahren immerhin um 16% steigen. Als wachstumsorientiertes Unternehmen mit Zuwachsraten weit über dem Branchendurchschnitt sind wir allerdings ständig auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern, im speziellen auch nach Lehrlingen, die in der Unternehmensgruppe wirklich sehr gute Karrierechancen haben. Leider hat die Textilindustrie noch nicht oder nicht mehr jene Attraktivität, die ihr eigentlich zustehen würde."

"Wir begrüßen daher die Initiative des Fachverbandes, Jugendlichen die attraktiven Möglichkeiten in der österreichischen Textilindustrie nahe zu bringen. Je interessanter wir wahrgenommen werden, desto höher stehen die Chancen, dass die Textilindustrie nach dem bereits vorgenommenen Strukturwandel auch den notwendigen Imagewandel erfolgreich vollziehen kann", so Pauli. (MH)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presseabteilung
Tel.: (01) 50105-4431

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK