"Kleine Zeitung" Kommentar: "Altlast-Kanzler" (von Rainer Strunz)

Ausgabe vom 23.02.2000

Graz (OTS) - In Zeiten wie diesen, ist sich die neue Koalition einig, muss an vielem gerüttelt werden. Da darf keine Ausnahme gemacht werden, speziell dann nicht, wenn eine Sache schon so lange unerledigt ist wie die österreichische Anonymität bei den Sparbüchern.

So wundert es dann auch nicht, wenn Finanzminister Karl-Heinz Grasser jetzt "eine Ecke der Vergangenheit" aufräumt und die Anonymität abschafft. Denn schlussendlich, so Grasser, sei Österreich "keine Bananenrepublik, die Geldwäschern Tür und Tor öffnet".

Schon eher wundert es, wenn Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, der in den letzten Jahren bei der Anonymität durchaus hätte Druck machen können, jetzt die "Altlast der früheren Regierung" möglichst rasch loswerden will.

Überhaupt nicht verwundert es, wenn Schüssel weiter erklärt, es beim österreichischen Bankgeheimnis nicht sehr eilig zu haben. Spätere Verbesserungen beim Bankgeheimnis seien natürlich nicht ausgeschlossen, derzeit gehe aber nichts.

Da hat Schüssel sicher Recht. Verbesserungen kann ja die nächste Bundesregierung beschließen. Mit einem gebesserten - oder überhaupt besseren - Bundeskanzler.

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