ARBÖ: Internationale Rohölpreisentwicklung ist eine Sache, hausgemachte Probleme eine andere

Wien (ARBÖ) - Internationale Entwicklungen bei Rohölpreisen
sind eine Sache, hausgemachte Probleme der österreichischen Mineralölwirtschaft im Vertrieb eine andere. Probleme infolge
eines dichten Tankstellennetzes und im Bereich der Tankstellen-Shops in Österreich dürfen daher nach Ansicht des ARBÖ, weder heute noch morgen, nicht auf dem Rücken der Kraftfahrer
ausgetragen werden.

Weshalb der Benzinpreis auf "historischem Höchststand" ist, hat
der ARBÖ bereits gestern erläutert:

Wirtschaftsminister Dr. Martin Bartenstein hat nach Ansicht des ARBÖ bei der Treibstoffpreisentwicklung in Österreich wachsam zu sein. ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar schlägt vor: "Das Wirtschaftsministerium soll die Nettopreise bei Euro Super 95
Oktan und Diesel, wie sie in Österreich und allen EU-Staaten wöchentlich erhoben werden, auch veröffentlichen."

Daraus wird nämlich der wachsende Preisunterschied zwischen Österreich und einigen anderen EU-Staaten ersichtlich. Von einem Unterschied von 28 Groschen bei Superbenzin im April 1999 stieg
die Differenz auf 43 Groschen. Beim Diesel lautete der Anstieg von 12 auf 33 Groschen innerhalb von zehn Monaten.

Wenn die Mineralölwirtschaft vermeint, dass die vom bisherigen Wirtschaftsminister Dr. Hannes Farnleitner zugebilligte Differenz von maximal 40 Groschen gegenüber dem EU-Durchschnitt bei den Nettopreisen nicht ausreiche, müsse sie dies auch glaubhaft begründen. "Einzig und allein 75 Groschen an Differenz gebetsmühlenartig zu verlangen, entspricht weder dem Konsumentendenken noch der Realität," folgert ARBÖ-Generalsekretär Dr. Hellar.

Bruttopreis-Veröffentlichungen helfen dem Konsumenten wenig, steckt doch ein unterschiedlicher Steuersatz dahinter. Sollen wir
in Österreich teurere Treibstoffpreise hinnehmen, weil in Deutschland unter dem Deckmantel der Ökologisierung die Renten über den Spritpreis gesichert werden?

Internationale Entwicklungen bei Rohölpreisen sind eine Sache, hausgemachte Probleme der österreichischen Mineralölwirtschaft im Vertrieb eine andere. Probleme infolge eines dichten Tankstellennetzes und im Bereich der Tankstellen-Shops in Österreich können nach Ansicht des ARBÖ nicht auf dem Rücken der Kraftfahrer ausgetragen werden.

Bundesminister Dr. Martin Bartenstein wäre nach Meinung des ARBÖ gut beraten, die Linie seines Amtsvorgängers - die es seit April 1999 auf gesicherter Grundlage und auch unter Ausnützung einer Preisverordnung gibt - fortzusetzen. Der Wirtschaftsminister hat es in der Hand, von der Mineralölwirtschaft in Österreich die Differenzberechnung wöchentlich einzufordern und zu veröffentlichen.

Ein Zuwarten auf die OPEC-Konferenz am 27. März in Wien, die möglicherweise eine Erhöhung der Ölfördermengen beschließt, ist keine politische Perspektive. Höhere Fördermengen bewirken zwar eine Entspannung bei den Rohölpreisen, lösen aber die hausgemachten Probleme der Mineralölfirmen in Österreich nicht, so der ARBÖ abschliessend.

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