"Neues Volksblatt" Kommentar: "Hinter roten Fahnen" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 22. Februar 2000

LINZ (OTS) - Von Polizeiübergriffen, Prügeln, ja gar einem "Überfall eines Sondereinsatzkommandos der österreichischen Polizei auf vier Menschen" konnte man gestern auf diversen Anarchisten- und "Gegen-SchwarzBlau"-Seiten zur Demonstration von Samstag im Internet lesen. Wie es zu beschädigten Fahrzeugen und eingeschlagenen Fensterscheiben kommen konnte, wird nicht erklärt.

Nein, jene breite Masse an Menschen, die aus ehrlicher Besorgnis zu dieser Demonstration gegangen sind, hat es nicht verdient, mit Gewalttaten in Zusammenhang gebracht zu werden. So, wie sie es nicht verdient hat, hinter roten Fahnen hermarschieren zu müssen. Trotzdem war sie, der Organisation von SPÖ und rotem Gewerkschaftsflügel sei Dank, dazu in vielen Fällen gezwungen. Das unverzichtbare Demonstrationsrecht wurde damit auf eine schiefe Ebene gehievt. Denn diese Organisationen haben, siehe etwa das Parlament, siehe Sozialpartnerschaft, ganz andere Ebenen, um ihre Positionen einbringen zu können. Die Straße als erste Wahl erweist der Demokratie und dem sozialen Frieden einen schlechten Dienst. Wer De-Eskalation will, muss auch danach handeln und, besonders wichtig, danach reden. Das gilt übrigens für alle.

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